Wirtschaft

Erholung zum Jahresende erwartet Bundesbank rechnet mit Konjunkturflaute

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Im ersten Quartal sorgte besonders der Bauboom für eine Belebung der Konjunktur.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Bauboom und die Kauflaune der Verbraucher kurbeln die Konjunktur zu Jahresbeginn an. Für die kommenden Monate erwartet die Bundesbank jedoch ein schwaches Wachstum. Mit einer Erholung der deutschen Wirtschaft rechnet das Geldinstitut erst ab dem Sommer.

Nach der Rückkehr der deutschen Wirtschaft auf den Wachstumspfad zum Jahresauftakt rechnet die Bundesbank mit einem Dämpfer im zweiten Quartal. Die Wirtschaftsleistung dürfte das im Winter erreichte Niveau, "das durch verschiedene Sondereffekte begünstigt worden war, wohl kaum überschreiten", hieß es in dem aktuellen Monatsbericht der Notenbank. Die Auftriebskräfte der stärker binnenwirtschaftlich orientierten Branchen seien zwar weiterhin intakt. Der Abschwung in der Industrie werde sich jedoch fortsetzen. "Dadurch ergibt sich insgesamt nach wie vor eine schwache konjunkturelle Grundtendenz".

Das Bruttoinlandsprodukt war nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes in den ersten drei Monaten 2019 gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent gestiegen. Vor allem die Kauflust der Verbraucher und der Bauboom schoben Europas größte Volkswirtschaft an, die im zweiten Halbjahr 2018 weitgehend stagniert hatte. Dabei spielten auch Sonderfaktoren eine Rolle. So profitierte der Bau vom vergleichsweise milden Winter. Für Impulse dürften der Bundesbank zufolge auch nachgeholte Pkw-Käufe gesorgt haben.

Bundeshaushalt unter Druck

Im zweiten Halbjahr 2018 hatten Probleme bei der Umstellung auf den Verbrauchs- und Abgasmessstandard WLTP den Autoabsatz gebremst. "Die konjunkturelle Grundtendenz ohne diese Sondereinflüsse blieb allerdings wie schon seit Mitte des vergangenen Jahres insgesamt schwach. Dies dürfte auch für das laufende Vierteljahr gelten", schrieben die Experten. Eine allmähliche Belebung der exportorientierten deutschen Wirtschaft erwartet die Bundesbank erst im Zuge einer Erholung der globalen Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte.

Der Bundeshaushalt hat aus Sicht der Bundesbank derzeit noch Spielraum, wird aber auf mittlere Sicht erheblich unter Druck geraten. "Die aktuellen Beschlüsse halten aber für die Zeit bis 2023 an dem Ziel fest, den Haushalt ohne Nettokreditaufnahme auszugleichen", heißt es in dem Monatsbericht. Die Bundesbank verweist darauf, dass hierzu auf die Flüchtlingsrücklage zurückgegriffen werden soll. Aus derzeitiger Sicht scheine das Ziel zunächst gut erreichbar, perspektivisch steige der Druck aber erheblich. "Auch eine zunächst höhere Flüchtlingsrücklage kann Haushaltslücken dann nur vorübergehend schließen", mahnen die Bundesbank-Volkswirte.

Wegen der Abkühlung der Konjunktur drohen Bund und Ländern einem Magazinbericht zufolge in diesem Jahr Steuerausfälle von rund zehn Milliarden Euro. Für 2020 seien Löcher in ähnlicher Höhe zu erwarten, berichtete der "Spiegel". Um 2019 dennoch einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können, wolle Bundesfinanzminister Olaf Scholz die Ausfälle kompensieren, indem er stärker als geplant auf die Flüchtlingsrücklage zurückgreife.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/rts

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