Wirtschaft

Zum zweiten Mal seit 1979 Bundesbank schickt wieder kein Geld nach Berlin

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Bundesbank-Chef Nagel hatte keine guten Nachrichten für Bundesfinanzminister Christian Lindner.

(Foto: picture alliance/dpa/Deutsche Bundesbank)

Auch in diesem Jahr wird der Finanzminister vergeblich auf eine Überweisung der Bundesbank warten: Die Corona-Krise hinterlässt auch 2021 große Spuren in der Bilanz. Die Zuwendungen für den Bund fallen erst zum zweiten Mal seit über 40 Jahren aus.

Die Corona-Krise hat auch im vergangenen Jahr deutliche Spuren in der Bilanz der Deutschen Bundesbank hinterlassen: Zum zweiten Mal in Folge fällt die Überweisung aus Frankfurt für den Bundesfinanzminister aus, wie die Notenbank mitteilte. Wie schon 2020 erzielte die Bundesbank auch 2021 ein ausgeglichenes Jahresergebnis und führt daher keinen Gewinn an den Bundeshaushalt ab.

Bundesbankpräsident Joachim Nagel begründete dies mit der notwendigen weiteren Aufstockung der Risikovorsorge aufgrund der geldpolitischen Notfallmaßnahmen im Zuge der Pandemie. "In den Jahren 2020 und 2021 haben sich die Risiken in unserer Bilanz im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie insgesamt stark erhöht", sagte Nagel. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte in der Krise den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen deutlich ausgeweitet. Damit nahmen nach Einschätzung der Bundesbank die Ausfallrisiken zu, daher stockte sie ihre sogenannte Wagnisrückstellung um 1,3 Milliarden Euro auf 20,2 Milliarden Euro auf.

Im vergangenen Jahr hatte Berlin erstmals seit 1979 keinen Scheck von der Bundesbank erhalten. Vor der Corona-Krise hatte der Bund in seinem Etat traditionell mit einem Gewinn der Bundesbank in Höhe von 2,5 Milliarden Euro geplant. Den höchsten Gewinn erzielte die Bundesbank 2001 mit 11,2 Milliarden Euro.

Die Bundesbank rechnet angesichts des Ukraine-Krieges mit einem weiteren Energiepreisschub, der die Inflation in Europas größter Volkswirtschaft anheizen dürfte. "Mittlerweile rechnen die Fachleute der Bundesbank damit, dass die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 5 Prozent erreichen könnte", sagte Nagel. Im Februar war die Notenbank von einer Teuerungsrate von viereinhalb Prozent nach dem für die EZB-Geldpolitik maßgeblichen harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) ausgegangen.

"Für den Euroraum ist ebenfalls eine hohe Inflationsrate zu erwarten", sagte Nagel weiter. "Wir müssen die Normalisierung unserer Geldpolitik im Blick behalten." Die Inflation ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der EZB.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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