Wirtschaft

Mehr Unabhängigkeit von ChinaBundesregierung steckt Geld in Seltene Erden aus Australien

01.04.2026, 16:08 Uhr
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Bisher importiert Deutschland zwei Drittel seiner seltenen Erden aus China. (Foto: Uncredited/CHINATOPIX/AP/dpa)

Deutschland hängt bei kritischen Rohstoffen bisher am Tropf chinesischer Exporte. Um unabhängiger zu werden, will die Regierung die Förderung seltener Erden in anderen Ländern unterstützen. Dazu fließt nun ein Millionenbetrag in ein australisches Unternehmen.

Die Bundesregierung investiert bis zu 50 Millionen Euro in ein australisches Projekt für Seltene Erden und will damit die Versorgung der deutschen Industrie mit kritischen Rohstoffen stärken. Das Geld fließe über den Rohstofffonds in das Nolans-Projekt des Unternehmens Arafura Rare Earths, teilte das Wirtschaftsministerium mit.

Konkret geht es um kritische Rohstoffe wie Neodym und Praseodym. Diese seltenen Erden werden für die Herstellung von besonders leistungsstarken Magneten gebraucht. Die sogenannten Hochleistungs-Permanentmagneten werden in den E-Motoren von Elektroautos und den Generatoren von Windkraftanlagen verbaut.

Laut Informationen des Betreibers Arafura soll das Projekt perspektivisch jährlich 4400 Tonnen der seltenen Erden produzieren und fünf bis zehn Prozent der globalen Nachfrage bedienen. Arafura hat bereits Abnahmegarantien von Siemens Gamesa, der Windsparte von Siemens Energy, sowie von Hyundai und Kia.

Deutschland importiert zwei Drittel seiner seltenen Erden aus China und ist damit stark von der Volksrepublik abhängig. Die Elemente, um die es bei dem geförderten Projekt geht, kamen 2024 sogar zu 97,7 Prozent aus China in die EU. Auf EU-Ebene wurde zuletzt ein Freihandelsabkommen mit Australien geschlossen, durch das auch Zölle auf Rohstoffe fallen sollen. Das Nolans-Projekt umfasst sowohl den Abbau als auch die Weiterverarbeitung der Rohstoffe, das ist Teil der australischen Strategie der Rohstoff-Souveränität.

NGOs weisen auf Folgen für Umwelt hin

Das Geld soll aus dem Rohstofffonds der Bundesregierung fließen, der noch unter Wirtschaftsminister Robert Habeck eingerichtet wurde. Unternehmen können sich bei der staatlichen Förderbank KfW um Gelder bewerben. Das Instrument soll den Zugang zu kritischen Rohstoffen sichern und strategische Abhängigkeiten verringern. Bei seiner ersten großen Investition hatte der Fonds im vergangenen Dezember bis zu 150 Millionen Euro in das Lionheart-Projekt des australischen Unternehmens Vulcan Energy gesteckt. Dieses hat zum Ziel, im Oberrheingraben Lithium für die Batterieproduktion zu gewinnen.

In Australien gibt es jedoch auch Kritik an dem Projekt. Umweltverbände kritisieren den hohen Wasserverbrauch in der trockenen Region im Norden Australiens. Die Organisation Arid Lands Environment Centre moniert, Minen in der Region seien teilweise vom Wasserrecht ausgenommen. Der Verband zeigt sich besorgt über mögliche Kontamination durch die Lagerung und Entsorgung von radioaktivem Material und die Zerstörung natürlicher Habitate.

Zu dem Projekt gehören außerdem drei Gasfelder und eine Gaspipeline. Die Rohstoffe sollen auf dem Land indigener Bevölkerungsgruppen gefördert werden, mit den Vertretern der First Nations besteht eine Vereinbarung über Beschäftigungsperspektiven. Allerdings sind keine verbindlichen Verpflichtungen von Arafura bekannt. Insgesamt sollen über einen Förderzeitraum von 23 Jahren nur etwa 350 Jobs entstehen.

Quelle: ntv.de, pte/rts

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