Wirtschaft

"Virus-Dynamik nicht verstanden" Carnival-Chef erwartet noch schwierige Jahre

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Carnival bietet derzeit eine begrenzte Anzahl von Fahrten in Europa und Asien an, von denen einige fahren, ohne in Häfen zu stoppen.

(Foto: picture alliance / PIXSELL)

Die Kreuzfahrtbranche kämpft mit einem riesigen Vertrauensverlust wegen Corona-Ausbrüchen auf Schiffen. Das Vorkrisenniveau wird laut Carnival-Chef Donald frühestens 2023 erreicht. Dass seine Flotte trotz Pandemie weitergefahren ist, verteidigt er. Er will jetzt neue Kunden gewinnen.

Die von der Virus-Pandemie hart gebeutelte Kreuzfahrtindustrie hat nach Ansicht von Carnival-Chef Arnold Donald mindestens zwei weitere harte Jahre vor sich. Die Branche dürfte wohl nicht vor 2023 wieder das Niveau von vor der Virus-Krise erreichen, sagte Donald der "Financial Times".

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Die gesamte Flotte des US-Kreuzfahrtkonzerns könnte möglicherweise bis Ende dieses Jahres wieder fahren, gewiss sei das aber noch nicht, so Donald. 19 der 107 Schiffe seien während der Krise ausgemustert worden. Auf jeden Fall dürfte es länger dauern, bis die Einnahmen aus der Zeit vor dem Ausbruch der Pandemie wieder erreicht seien.

Carnival leidet wie die anderen Kreuzfahrtanbieter besonders unter der Corona-Krise, weil die Schiffe monatelang nicht auslaufen durften. Auf den Schiffen des Unternehmens, zu dem unter anderem die Marken Aida, Costa und Princess gehören, war es zu größeren Ausbrüchen gekommen. Bekannt wurden etwa mehrere Hundert Corona-Fälle an Bord der "Diamond Princess" schon Anfang Februar vergangenen Jahres. Das Schiff wurde vor der Küste Japans unter Quarantäne gestellt, die Passagiere und Besatzungsmitglieder durften es nicht verlassen. Carnival setzte seine Kreuzfahrten trotzdem fort und sorgte bereits kurz danach mit weiteren Ausbrüchen auf anderen Schiffen für Schlagzeilen.

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Carnival-Chef Arnold Donald

(Foto: REUTERS)

Im Gespräch mit der "Financial Times" verteidigt Carnival-Chef Donald die Entscheidung, die Flotte weiter fahren zu lassen. Zum damaligen Zeitpunkt sei wenig über das Virus bekannt gewesen. "Die Diamand Princess war in Asien auf der anderen Seite der Welt ... und selbst dort haben die Leute die Dynamik des Geschehens nicht wirklich verstanden."

"Neue Kreuzfahrt-Kunden gewinnen"

Gleichzeitig räumte er ein, dass die Branche jetzt härter daran arbeiten müsse, neue Kunden anzulocken, die noch nie einen Kreuzfahrturlaub gemacht hätten. Carnival bietet derzeit eine begrenzte Anzahl von Fahrten in Europa und Asien an, von denen einige zur See fahren und zurückkehren, ohne in Häfen zu stoppen.

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Die Branche gehört zu denen, die derzeit verzweifelt darum kämpfen, den Betrieb zügig wieder aufnehmen zu können. Die Aufsichtsbehörden zögern jedoch immer noch. Großbritannien will Kreuzfahrten ab dem 17. Mai in seinen Gewässern wieder erlauben. In den USA, dem größten Markt, müssen die Behörden noch entscheiden. Sie erwägen strenge Regeln wie Labortests an Bord. Bisher haben vier Kreuzfahrtunternehmen erklärt, dass die Passagiere geimpft worden sein müssen. Laut Donald ist eine solche Entscheidung für Carnival angesichts der großen Altersspanne seiner Kunden verfrüht.

Wegen des coronabedingten Geschäftsausfalls hatte das weltweit größte Kreuzfahrunternehmen im vierten Quartal einen Nettoverlust von 1,9 Milliarden Dollar eingefahren. Im dritten Quartal betrug das Minus knapp 2,9 Milliarden Dollar. Das Unternehmen schloss das Finanzjahr 2020 allerdings gleichzeitig mit einem üppigen Liquiditätspolster von 9,5 Milliarden Dollar ab. Carnival sieht sich daher in einer guten Position, auch 2021 zu überstehen.

Quelle: ntv.de, ddi/rts

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