Wirtschaft

Streit mit USA in nächster Runde China bereitet Zoll-Antwort vor

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Ernste Sorgen, nicht nur in den US-Häfen: Der Zollstreit zwischen den USA und China könnte die gesamte Weltwirtschaft bremsen.

(Foto: REUTERS)

Der von US-Präsident Trump angestoßene Handelskonflikt zwischen den beiden weltgrößten Wirtschaftsmächten tritt in die nächste Phase ein: Noch vor dem Wochenende will Peking milliardenschwere Gegenmaßnahmen in Kraft setzen.

Im Zollstreit zwischen der Volksrepublik China und den Vereinigten Staaten tickt die Uhr: Die Wirtschaftslenker in Peking wollen offenbar noch vor dem Wochenende zum Gegenschlag ausholen. Donnerstag Punkt Mitternacht werde China neue Einfuhrzölle auf US-Güter erheben, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Angaben aus informierten Kreisen.

Die neuen Abgaben betreffen Waren im Wert von 34 Milliarden US-Dollar, hieß es. Die Maßnahmen sollen am 6. Juli um 0.00 Uhr chinesischer Zeit in Kraft treten. Beobachter stufen die neuen Zollschranken als exakt bemessene Retourkutsche ein. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor seinerseits für Freitag Zölle auf chinesische Güter in gleichem Umfang angekündigt.

"Unsere Maßnahmen sind gleich", sagte ein chinesischer Informant, der namentlich nicht genannt werden wollte. "Und gleich bedeutet, dass, wenn die USA am 6. Juli beginnen, wir auch am 6. Juli beginnen", sagte er. "Die Umsetzung für alle Richtlinien beginnt um Mitternacht."

Unsicherheit an den Märkten

Die Aussicht auf eine Ausweitung des chinesisch-amerikanischen Handelskriegs hatte die Stimmung an der New Yorker Wall Street am Vorabend belastet. Der Dow-Jones-Index schloss nach einem feiertagsbedingt verkürzten Handelstag 0,5 Prozent im Minus. Händler verwiesen auf die anhaltende Verunsicherung der Anleger.

Zusätzlich beunruhigend wirkten Börsianern zufolge auch Äußerungen von US-Präsident Trump an die Adresse der WTO. Ein Austritt aus der Welthandelsorganisation sei zwar nicht geplant, aber die WTO habe die USA "sehr, sehr schlecht" behandelt, sagte er.

Trump bekräftigte damit frühere Aussagen, fügte aber diesmal eine vage Drohung hinzu. Sollte die WTO ihr Verhalten gegenüber den USA nicht ändern, erklärte er, würde die US-Regierung "etwas unternehmen". Details nannte er nicht.

Quelle: ntv.de, mmo/rts

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