Wirtschaft

Deutsche fürchten "Smog-Quoten" China kommt Berlin bei E-Autos entgegen

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Die rasant wachsende Zahl an Autos in China fördert den Smog in Metropolen wie Peking.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die chinesische Volksrepublik will mit Quoten für Elektroautos die Luftverschmutzung in ihren Großstädten bekämpfen. Deutsche Hersteller fürchten, auf dem wichtigen Markt den Anschluss zu verlieren. Nun gibt es einen Deal zwischen Berlin und Peking.

Im Ringen um die Quoten für Elektroautos in China zeichnet sich eine Lösung ab. "Wir haben die zuständigen Behörden gebeten, den Unternehmensanliegen entgegenzukommen", sagte Chinas Ministerpräsident Li Keqiang nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Wir haben eine Lösung gefunden." China und Deutschland verfolgten bei der Elektromobilität ähnliche Ziele, sagte Merkel. Es gebe Anlass, auf eine günstige Lösung zu vertrauen.

China will ab dem kommenden Jahr Quoten für Elektroautos vorschreiben, um die Luftverschmutzung zu bekämpfen. Die deutsche Autoindustrie hatte mehr Zeit gefordert, da sie vor Ort noch nicht viele Autos mit Batteriebetrieb produzieren und noch am Anfang einer Modelloffensive stehen.

Wie die nun verkündete Lösung aussieht, war zunächst nicht bekannt. Nach dem ursprünglichen Gesetzentwurf sollten ab 2018 acht Prozent des Absatzes auf reine Elektroautos oder solche mit Hybridmotoren entfallen. In den folgenden beiden Jahren waren Quoten von zehn und zwölf Prozent vorgesehen. Um die Quote zu erfüllen, könnten auch Kreditpunkte von anderen Herstellern gekauft werden. In der Diskussion war, die Quote erst 2019 einzuführen, wie es aus Branchenkreisen in China lautete.

Kein Zwang zur Verlagerung von Forschung

China ist für die deutschen Autobauer der wichtigste Einzelmarkt. Die Elektroauto-Quoten hatten bei den Konzernen Befürchtungen ausgelöst, nicht schnell genug mit neuen Modellen am Markt zu sein. Neben dem Zeitdruck spielte auch die Sorge eine Rolle, dass Chinas Autobauer auf längere Sicht zum dominanten Anbieter von Elektroautos weltweit werden könnten.

Die Bundesregierung setzte sich in Peking deshalb für eine Lockerung der Regeln ein. Außenminister Sigmar Gabriel hatte nach Gesprächen mit der chinesischen Regierung vergangene Woche bereits erklärt, eine Einigung über die Quoten sei in Sicht. So werde es keinen Zwang zur Verlagerung von Forschung und Entwicklung nach China geben.

Daimler macht Deal mit Baic

Daimler hat erste Weichen zum Bau neuer Elektroautos in China gestellt. Der Autobauer vereinbarte mit seinem langjährigen chinesischen Partnerunternehmen Baic "signifikante" aber nicht näher bezifferte Investitionen in Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Dies sei ein neues Kapitel der seit zwölf Jahren bestehenden Zusammenarbeit, erklärte Daimler-Chinavorstand Hubertus Troska.

Damit werde der Weg zur Einführung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben - also reinen Elektroautos und solchen mit Hybridmotoren - geebnet. Bisher bauen die Schwaben schon mit einem anderen Partner, dem chinesischen Hersteller BYD, das Elektrofahrzeug Denza.

Quelle: ntv.de, kst/dpa/rts