Wirtschaft
180 Prozent Aufschlag für US-Hirse.
180 Prozent Aufschlag für US-Hirse.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 17. April 2018

Muskelspiele im Handelsstreit: China nimmt sich US-Hirse vor

China arbeitet den ersten Punkt seiner angekündigten Strafzölle auf US-Produkte ab. Den Anfang macht eine Getreidesorte. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt spricht vorerst aber nur von einer Hinterlegung - und reicht die Hand.

Im Handelsstreit mit den USA hat China vorübergehende Straf-Zölle auf amerikanisches Getreide verhängt. Zugleich signalisierte die zweitgrößte Volkswirtschaft aber Gesprächsbereitschaft. Das Handelsministerium in Peking teilte mit, bestimmte US-Firmen müssten ab dem morgigen Mittwoch bei ihren Hirse-Einfuhren nach China vorerst einen Aufschlag von bis zu knapp 180 Prozent zahlen. Eine Prüfung habe ergeben, dass Chinas Agrarindustrie durch die zu Dumping-Preisen ins Land kommenden US-Einfuhren substanziell geschädigt werde. China sei aber bereit, seine Kooperation im Handelsstreit mit den USA auszuweiten.

Die Strafzölle seien eine vorläufige Maßnahme, erklärte das Ministerium. Eine endgültige Entscheidung werde später getroffen. Die Sonderzölle seien eine Art "Hinterlegung", die die Firmen zu leisten hätten. Die Strafen sind deutlich höher als von Experten erwartet. Der Handelsstreit zwischen beiden Ländern schaukelt sich damit weiter hoch. Die Zölle auf US-Agrarprodukte treffen vor allem eine Branche, in der Trump viele Anhänger hat.

US-Präsident Donald Trump hatte Ende März Sonderzölle für zahlreiche Produkte aus China auf den Weg gebracht und dies mit unfairen Handelspraktiken Pekings begründet. China hatte deshalb eigene Strafzölle auf US-Produkte angekündigt - darunter Flugzeuge, Rindfleisch und eben Hirse.

Trump hatte daraufhin nachgelegt und zusätzliche Zölle für chinesische Einfuhren in die USA angekündigt. Er wirft China Dumping-Preise und andere unfaire Handelspraktiken sowie den Diebstahl geistigen Eigentums vor. China hat den USA mangelnden Einigungswillen in der Sache vorgeworfen.

Quelle: n-tv.de