Wirtschaft

Neue Handelsroute eröffnet China schickt Sonnenblumenkerne in Iran

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China unterhält auch regelmäßige Zugverbindungen nach Duisburg und Wien.

(Foto: picture alliance / Roland Weihra)

Im Bestreben um den Aufbau der Neuen Seidenstraße streckt China seine Fühler in den Iran aus. Ausgerechnet in der Woche, in der US-Präsident Trump das Iran-Abkommen und das Land mit neuen Sanktionen belegt, rollt der erste Zug nach Teheran an.

Kurz nach dem Ausstieg von US-Präsident Donald Trump aus dem Atomabkommen mit Teheran hat China eine neue Zugverbindung in den Iran eröffnet. Der erste Güterzug der neuen Strecke startete am Donnerstag aus der nordchinesischen Stadt Bayannur. Der mit 1150 Tonnen Sonnenblumenkernen beladene Zug soll die 8352 Kilometer lange Reise in die iranische Hauptstadt Teheran demnach in 15 Tagen zurücklegen, ein Zeitersparnis von mindestens 20 Tagen im Vergleich zum Seeweg.

Nach dem Ende der Sanktionen gegen Teheran hatten China und der Iran vor zwei Jahren vereinbart, den wechselseitigen Handel beider Länder in den kommenden zehn Jahren auf 600 Milliarden Dollar (504 Mrd Euro) mehr als zu verzehnfachen. Für Peking ist die Vernetzung mit dem Iran ein wichtiger Bestandteil seiner Neuen Seidenstraße, ein gewaltiges Infrastrukturprojekt, in dessen Zuge neue Wirtschaftskorridore von China nach Europa und Afrika entstehen sollen.

Peking hatte den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran scharf kritisiert. So sagte Außenamtssprecher Lu Kang, er bedauere die Entscheidung. Es sei ein multilaterales Abkommen, das der UN-Sicherheitsrat gebilligt habe. "Alle Seiten sollten es ernsthaft umsetzen." Die Vereinbarung sei wichtig, um die Verbreitung von Atomwaffen zu verhindern sowie Frieden und Stabilität im Nahen Osten zu fördern. Es setze auch ein Beispiel für die Lösung von Krisen durch politische Mittel.

Die USA hatten – nur zwei Tage nach der Aufkündigung des Abkommens – neue Sanktionen gegen den Iran verhängt. Zuvor verkündete der neue US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, Washington erwarte, dass alle deutschen Unternehmen ihre Geschäfte im Iran "sofort runterfahren".

Quelle: n-tv.de, lou/dpa

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