Wirtschaft

Zollkonflikt belastet Konjunktur Chinas Industrie schwächelt weiter

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Die Industrieproduktion stieg im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 Prozent - so gering war der Anstieg seit 2002 nicht mehr.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Handelsstreit mit den USA bremst die exportabhängige chinesische Industrie. Das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt war im vergangenen Monat so niedrig wie seit 17 Jahren nicht mehr. Auch der Umsatz im Einzelhandel enttäuscht.

Schwache Konjunkturdaten aus China: Die Produktion im Industriesektor ist im Juli auch wegen der Folgen des Handelsdisputs mit den Vereinigten Staaten so langsam gestiegen wie seit 2002 nicht mehr. Auch der Einzelhandelsumsatz sowie die Investitionen fielen im Juli schwach aus.

Die Industrieproduktion sei im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 Prozent gestiegen, teilte die Regierung in Peking mit. Das war für die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft die geringste Wachstumsrate seit Anfang des vergangenen Jahrzehnts. Zudem lag der Anstieg deutlich unter der Erwartung von Bloomberg befragter Volkswirte.

"Konjunktur dürfte sich weiter eintrüben"

"Chinas Wirtschaft benötigt mehr Unterstützung, denn der Gegenwind ist ziemlich stark", sagte Ökonom Larry Hu vom Finanzhaus Macquarie in Hongkong. "Die Konjunktur dürfte sich weiter eintrüben. Die Politik wird an einem bestimmten Punkt mehr tun müssen für Infrastruktur und Bau. Das könnte gegen Ende des Jahres der Fall sein."

Ebenfalls schwächer als prognostiziert wuchs der Einzelhandelsumsatz. Er legte im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 Prozent zu. Im Juni hatte der Anstieg noch bei knapp zehn Prozent gelegen. Die von Bloomberg befragten Experten hatten mit einem Rückgang der Wachstumsrate gerechnet, dabei aber zumindest noch einen Anstieg von 8,6 Prozent auf dem Zettel.

Auch die Investitionen in Sachanlagen enttäuschten - wenn auch nicht ganz so stark wie Industrieproduktion und Einzelhandel. Sie legten bis Ende Juli um 5,7 Prozent zu. Hier hatten die Volkswirte mit einem Anstieg auf dem bisherigen Niveau von 5,8 Prozent gerechnet. Die chinesische Wirtschaft war im zweiten Quartal nur noch um 6,2 Prozent gewachsen. Die Wachstumsrate fiel damit auf das niedrigste Niveau seit fast drei Jahrzehnten.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/rts

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