Wirtschaft

Schwäbischer Anlagenhersteller Chinesen greifen offenbar nach Eisenmann

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Das Böblinger Unternehmen Eisenmann ist seit Juli 2019 insolvent.

(Foto: imago/photothek)

Seit diesem Sommer blicken die mehr als 3000 Beschäftigten bei Eisenmann in eine ungewisse Zukunft. Der Anlagenbauer aus Böblingen ist insolvent. Nun soll Insidern zufolge Rettung aus China nahen.

Der insolvente Anlagenbauer Eisenmann soll einem Medienbericht zufolge von dem staatlichen chinesischen Maschinenbau-Konzern Sinomach übernommen werden. Der Kauf solle durch die deutsche Sinomach-Tochter AE Industry abgewickelt werden, berichtet die "Automobilwoche" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Sinomach
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Dem Bericht zufolge werden derzeit letzte vertragliche Details der Übernahme wie eine einjährige Beschäftigungssicherung für die Mitarbeiter von Eisenmann verhandelt. Sinomach hatte bereits vor zwei Jahren Interesse an dem Unternehmen aus Böblingen bekundet.

Weder von Eisenmann noch vom Insolvenzverwalter war zunächst eine Stellungnahme zu erhalten. Eisenmann hatte im Juli Insolvenz angemeldet, nachdem sich das württembergische Familienunternehmen mit einigen Großprojekten verhoben hatte und in die roten Zahlen gerutscht war. Für das angestammte Geschäft mit Lackieranlagen für die Autoindustrie sucht Eisenmann seither einen strategischen Partner.

Seit Juli 2019 insolvent

Eisenmann beschäftigte zuletzt an 27 Standorten in 15 Ländern mehr als 3000 Mitarbeiter. 2017 erwirtschaftete das schwäbische Unternehmen einen Umsatz von 723 Millionen Euro. Ende Juli dieses Jahres meldete Eisenmann Insolvenz an.

Erst Ende November hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier seine überarbeitete Industriestrategie vorgestellt, die unter anderem eine Reaktion auf die Expansion chinesischer Konzerne darstellt. Das Papier sieht vor, deutsche Schlüsseltechnologien notfalls auch mitstaatlichen Mitteln vor Übernahmen schützen. Er erklärte, dass dafür ein ständiger Ausschuss auf Ebene der Staatssekretäre eingerichtet werden soll. Diese "nationale Rückgriffoption" solle demnach nur in Ausnahmefällen und in Zusammenarbeit mit der staatlichen Förderbank KfW eingesetzt werden.

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Quelle: n-tv.de, cri/rts

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