Wirtschaft

Abgeführt von der Polizei?Chinesische Topmanagerin verschwunden

04.02.2026, 13:05 Uhr
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Laut Sun Art läuft der Betrieb normal weiter. (Foto: IMAGO/CFOTO)

Die Sorgen der Anleger dürften neu entfacht werden: In China teilt der Supermarktriese Sim Art Retail Group mit, dass er keinen Kontakt mehr zu seiner Vorstandschefin habe. Und es ist unklar, was mit ihr geschehen ist.

In China ist erneut eine Person aus dem Top-Management eines großen Unternehmens verschwunden. Der Supermarktriese Sun Art Retail Group teilte mit, das Unternehmen habe den Kontakt zu seiner Vorstandschefin Li Weiping verloren. Ein chinesisches Branchenmedium hatte am Dienstag unter Berufung auf nicht namentlich genannte Personen berichtet, Li sei von der Polizei zur "Unterstützung einer Untersuchung" abgeführt worden. Sun Art bezeichnete den Bericht gegenüber der staatlichen Zeitung "Securities Times" jedoch als "Fälschung".

Das ungeklärte Verschwinden von Li dürfte die Sorgen der Anleger über das harte Vorgehen der chinesischen Regulierungsbehörden neu entfachen. In den vergangenen Jahren waren im Zuge der von Präsident Xi Jinping vorangetriebenen Antikorruptionskampagne wiederholt hochrangige Manager plötzlich nicht mehr auffindbar.

Sun Art teilte weiter mit, der Betrieb laufe normal und werde vorübergehend vom Chef des Verwaltungsrats geleitet. Nach bestem Wissen des Unternehmens stehe der Vorfall nicht im Zusammenhang mit dem Geschäft. Sun Art betreibt in China Hunderte Großmärkte. Die 47-jährige Li war erst vor zwei Monaten zu dem in Hongkong börsennotierten Unternehmen gestoßen. Zuvor war sie in verschiedenen Positionen bei der Supermarktkette Freshippo des Alibaba-Konzerns tätig gewesen.

Im Februar 2023 war der Gründer der Investmentbank China Renaissance Holdings, Bao Fan, plötzlich nicht mehr aufzufinden. Er wurde 2025 nach mehr als zweijähriger Haft wieder freigelassen. Der Gründer der Streaming-Plattform Douyu, Chen Shaojie, verschwand Ende 2023. Das Unternehmen teilte später mit, er sei von der Polizei verhaftet worden.

Quelle: ntv.de, ghö/rts

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