Wirtschaft

C919 ein Ladenhüter?Chinesischer Flugzeugbauer Comac verfehlt Auslieferungsziel deutlich

15.01.2026, 11:46 Uhr
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Ein C919-Jet von Comac startet. Das gibt es noch nicht so oft zu sehen, wie sich die Regierung das wünscht. (Foto: IMAGO/VCG)

China will mit Comac den Flugzeugbauern Airbus und Boeing Konkurrenz machen. Hunderte Jets sollten nach Pekings Vorstellung jetzt regelmäßig fliegen. Doch die Produktion schwächelt, das Unternehmen erreicht seine niedrig gesteckten Ziele nicht.

Der chinesische Flugzeugbauer Comac hat sein eigenes Ziel von mehreren Dutzend Auslieferungen des Mittelstreckenjets C919 im Jahr 2025 klar verfehlt. Die Zivilluftfahrtbehörde in China gab bekannt, dass das staatliche Unternehmen lediglich 15 Flugzeuge an drei Kunden ausgeliefert habe. China Eastern Airlines erhielt im Jahresverlauf vier C919-Flugzeuge, Air China sechs und China Southern Airlines fünf Exemplare der Mittelstreckenmaschinen. Ins Ausland wurden demnach keine Jets verkauft.

Als Ziel gab Comac im Januar des vergangenen Jahres 50 Auslieferungen an. Dieses erhöhte der Flugzeugbauer im März auf 75 - was offenbar nach einiger Zeit als zu ambitioniert eingeschätzt wurde. So senkte das Unternehmen im September seine Prognose auf nur noch 25 Maschinen, die den Kunden bis Jahresende übergeben werden sollten. Doch selbst diese Vorhersage verfehlte Comac letztlich.

Doch die Chinesen können hoffen, ihrem Ziel in diesem Jahr etwas näher zu kommen. Wie die Zivilluftfahrtbehörde mitteilte, habe sich das Produktionstempo im Verlauf des Jahres merklich erhöht. Acht C919 - also gut die Hälfte der 15 insgesamt gefertigten Jets - wurden allein im November und Dezember an die Kunden übergeben.

Die chinesische Regierung plante 2012, kurz nach dem Entwicklungsstart der C919, dass bis 2020 rund 150 derartige Flugzeuge pro Jahr gebaut werden sollten. Peking wollte damit die Platzhirsche Boeing (557 Auslieferungen in 2025) und Airbus (600 Auslieferungen) attackieren und ihnen Marktanteile streitig machen. Davon ist das Unternehmen weit entfernt. Comacs Marktanteil bei den zivilen Passagierflugzeugen in China habe sich einer Auswertung von öffentlich zugänglichen Daten von 1,3 Prozent im Januar auf 4,7 Prozent im Dezember erhöht. Comacs C919 ist bislang ausschließlich im Heimatmarkt zugelassen.

Das Unternehmen hatte zuvor bereits einen Kurzstreckenjet auf den Markt gebracht. Seit 2016 fliegen die C909 genannten Maschinen durch China. 100 von ihnen wurden bisher ausgeliefert. Während diese Jets auch in Vietnam Passagiere an ihr Ziel bringen dürfen, haben sie jedoch in westlichen Staaten bislang keine Zulassung erhalten. Einige dieser Schmalrumpfflugzeuge wurden auch in 2025 gebaut. Offizielle Zahlen wurden jedoch nicht mitgeteilt.

Quelle: ntv.de, mpa

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