Wirtschaft
Cisco wurde groß mit der digitalen Revolution - und Konzernchef Chambers trieb sie maßgeblich voran.
Cisco wurde groß mit der digitalen Revolution - und Konzernchef Chambers trieb sie maßgeblich voran.(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Montag, 04. Mai 2015

Ära mit 168 Übernahmen: Cisco-Chef Chambers geht nach 20 Jahren

Bei vielen börsennotierten Konzernen wechseln die Chefs im Rhythmus weniger Jahre oder gar Monate. Nicht so beim IT-Riesen Cisco: John Chambers führt das Unternehmen seit 20 Jahren, mit einer beeindruckenden Bilanz.

Der Netzwerk-Ausrüster Cisco bekommt nach 20 Jahren ohne Chefwechsel einen neuen Konzernlenker aus den eigenen Reihen. Der bisher für das weltweite Geschäft zuständige Top-Manager Chuck Robbins werde zum 26. Juli die Konzernführung übernehmen, teilte Cisco mit. Der bisherige Chef John Chambers bleibt als Vorsitzender des Verwaltungsrates an Bord.

Der 65-jährige Chambers stand seit Januar 1995 an der Cisco-Spitze. Damals hatte der Konzern einen Jahresumsatz von 1,2 Milliarden Dollar und ist jetzt auf Kurs zu Erlösen von 48 Milliarden Dollar. Cisco ist stark im Geschäft mit Technik, die das Internet zum Laufen bringt, daher auch das drastische Wachstum.

Chambers ging in neue Geschäftsbereiche wie Video-Streaming, Cloud-Dienste und die Vernetzung von Technik im "Internet der Dinge". Cisco übernahm in seiner Amtszeit 168 Firmen. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs von 4000 auf zuletzt über 70.000 - allerdings griff Chambers jüngst auch zum Stellenabbau.

Zuletzt bekam der US-Konzern aber auch immer stärkere Konkurrenz unter anderem von aggressiv auftretenden chinesischen Anbietern wie Huawei. Zudem wurde Cisco auch in den Strudel des NSA-Skandals hineingezogen: Aus Unterlagen des Informanten Edward Snowden ging hervor, dass der US-Geheimdienst Netzwerk-Technik des Konzerns beim Versand an Kunden im Visier gehabt habe. Cisco kritisierte ein solches Vorgehen scharf und betonte, man arbeite nicht mit Regierungen zusammen. Die Enthüllungen belasteten aber zeitweise das Geschäft unter anderem in China.

Quelle: n-tv.de