Wirtschaft

Kritik an teuren Medikamenten Clinton schickt Pharma-Aktien auf Talfahrt

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Clinton: "Es ist falsch, wenn Pharmafirmen den Profit über den Patienten stellen und Preise ohne Rechtfertigung anheben."

(Foto: AP)

US-Arzneimittelkonzern Mylan erntet wegen seiner Preispolitik Kritik von Präsidentschaftskandidatin Clinton. In der Folge bricht der Aktienkurs ein und zieht Pharmawerte in Europa mit. Auch Dax-Konzerne sind betroffen.

Aus Furcht vor wachsendem Preisdruck in den USA haben Anleger Pharmawerte aus ihren Depots geworfen. Der europäische Index für die Gesundheitsbranche verlor 2,2 Prozent und damit doppelt so stark wie der Gesamtmarkt.

Zu den größten Verlierern zählten die britischen Medikamenten-Hersteller Hikma und Shire mit Kursverlusten von bis zu 5,3 Prozent sowie der im deutschen Technologie-Index TecDax notierte Laborausrüster Qiagen mit einem Minus von 4,1 Prozent. Im Dax fallen FMC um 1,3 Prozent, Fresenius um 1,6 Prozent, Merck um 1,9 Prozent und Bayer um 0,8 Prozent.

Auslöser der Verkaufswelle war die Kritik der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton am US-Unternehmen Mylan. Dieses hat den Preis für sein Mittel EpiPen zur Behandlung allergischer Schocks binnen weniger Jahre um mehr als 400 Prozent angehoben. "Es ist falsch, wenn Pharmafirmen den Profit über den Patienten stellen und Preise ohne Rechtfertigung anheben", betonte Clinton, die im Rennen um den Einzug ins Weiße Haus derzeit klar vor ihrem republikanischen Rivalen Donald Trump liegt. Sie setzt sich im Wahlkampf dafür ein, Medikamentenpreise zu senken.

Als Reaktion auf ihre Kritik schlossen Mylan am Mittwoch an der Wall Street 5,4 Prozent im Minus. Das Unternehmen äußerte sich nicht zu Clintons Kritik. Eine überparteiliche Gruppe im US-Kongress will die Preispolitik von Mylan untersuchen.

Quelle: n-tv.de, kst/rts