Wirtschaft

Zwei Vorstände müssen gehen Coba will Vorstand verkleinern

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(Foto: dpa)

Bei der Commerzbank bleibt auch die Führung nicht von den Sparmaßnahmen verschont. Zwei Mitglieder des derzeit neunköpfigen Vorstandes sollen gehen. Einen konkreten Termin bleibt Deutschlands zweitgrößte Bank aber schuldig.

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Der harte Umbau bei der Commerzbank trifft auch den Vorstand. Der Aufsichtsrat habe beschlossen, den Vorstand der Commerzbank in absehbarer Zeit von neun auf sieben Mitglieder zu verkleinern, teilte die Bank mit. Konkrete Personalentscheidungen seien auf der Sitzung noch nicht getroffen worden. Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller sagte: "Angesichts des vereinbarten Personalabbaus ist es nur folgerichtig, dass auch die Führungsstrukturen der Bank angepasst werden."

Aus dem Umfeld des Aufsichtsrates verlautete, dass die beiden für die "interne Bad Bank" verantwortlichen Vorstände Jochen Klösges und Ulrich Sieber die Bank verlassen sollen. Bei der Entscheidung handele es sich um einen "gesichtswahrenden Kompromiss". Vom 48-jährigen Klösges hatte sich die Bank schon vor einem Jahr trennen wollen, der Abschied vom 47-jährigen Sieber, der auch das Personalressort verantwortet, kommt dagegen überraschend.

Staat hat keine Sperrminorität

Ein erster Versuch von Commerzbank-Chef Martin Blessing, den Vorstand nach der Fusion mit der Dresdner Bank vor fünf Jahren zu verkleinern, war vor einem Jahr gescheitert. Nach der Entscheidung, das Immobilien- und das Schiffsfinanzierungsgeschäft einzustellen, sollte der dafür im Vorstand zuständige Klösges gehen. Doch das Bundesfinanzministerium hatte Aufsichtsratskreisen zufolge sein Veto eingelegt, weil die Auszahlung seines gerade erst bis 2017 verlängerten Vertrages oder eine Millionen-Abfindung nicht in die politische Landschaft passte. Seither kümmert Klösges sich gemeinsam mit Ulrich Sieber um die Abwicklung der internen "Bad Bank". Sieber ist zugleich Personalchef der Bank.

Doch inzwischen hält der deutsche Staat mit 17 Prozent keine Sperrminorität mehr, sein Einfluss ist begrenzt. Blessing nannte ihn einen "ganz normalen Großaktionär". Die kürzeste Rest-Laufzeit hat der Vertrag von Investmentbank-Vorstand Michael Reuther. Er läuft im September 2014 aus. Doch Reuther, der die Investmentbank stark verkleinert, aber als Gewinnbringer erhalten hat, sitzt ebenso fest im Sattel wie Mittelstandsbank-Chef Markus Beumer. Den am längsten laufenden Vertrag hat Privatkunden-Vorstand Martin Zielke: bis November 2018.

Die übrigen Vorstandsmitglieder haben spartenübergreifende Funktionen: Stephan Engels für die Finanzen, Stefan Schmittmann für das Risikomanagement und Frank Annuscheit, der als Chief Operating Officer (COO) fungiert.

Vom Bankkonto zum Traubenzucker

Bei der Online-Tochter Comdirect Bank ist ein Wechsel im Vorstand bereits öffentlich: Der seit fünf Jahren amtierende Finanzvorstand Christian Diekmann verlässt die Bank und wechselt als Geschäftsführer zum Hamburger Nahrungsmittel-Konzern Zertus, der Traubenzucker-Produkte ("Dextro Energy"), Zuckertütchen und Waffeln herstellt.

An seine Stelle rückt bei Comdirect zum 1. Oktober der 41-jährige Holger Hohrein. Er war seit 2008 Bereichsleiter in Diekmanns Ressort und vorher neun Jahre lang Unternehmensberater bei McKinsey.

Quelle: ntv.de, wne/rts