Wirtschaft

Zukäufe geplant Containersparte bei Reederei Maersk dampft

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(Foto: REUTERS)

Der weltgrößte Schifffahrtskonzern Moeller Maersk überrascht in einem von Überkapazitäten geprägten Umfeld mit einem hohen Gewinn. Das sorgt bei den Dänen zugleich für mehr Optimismus. Analysten indes bremsen.

Dem dänische Reederei- und Ölriese A.P. Moeller Maersk hat im abgelaufenen Quartal die Containerschifffahrt die Kasse gefüllt. Unter dem Strich verdiente der weltgrößte Schifffahrtskonzern den Angaben zufolge knapp 1,5 Milliarden US-Dollar (1,2 Milliarden Euro) - rund 300 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit wurden die Analystenerwartungen klar übertroffen. Die Schifffahrtstochter steigerte dabei ihren Gewinnbeitrag um knapp ein Viertel auf 685 Millionen Dollar.

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Für den Konzern zahlte sich somit das Drehen an der Kostenschraube und zwischenzeitlich anziehende Frachtraten aus. Beim Umsatz trat Maersk im dritten Quartal mit 12,2 Milliarden Dollar nahezu auf der Stelle.

Angesichts des Gewinnanstiegs hob Maersk seine Prognose für den Containerverkehr an. Insgesamt rechnet die Gruppe mit Sitz in Kopenhagen weiterhin mit einem operativen Ergebnis über dem des Vorjahres (3,8 Milliarden Dollar). Konzernweit wird im Gesamtjahr weiterhin mit einem Ergebnis von rund 4,5 Milliarden Dollar gerechnet.

Firmenchef Nils Smedegaard Andersen sagte, die Gruppe sei in guter finanzieller Verfassung und könne zukaufen. Als Beispiele nannte er unter anderem Container-Terminals oder Erdöl-Lagerstätten. Zu Maersk gehören Containerschifffahrt, Öl- und Gasförderung sowie Logistik.

Analyst: Präzisierung statt Anhebung

Anleger konnten die Zahlen indes nur schwer überzeugen: Die Papiere der dänischen Groß-Reederei fielen an der Börse Kopenhagen zunächst um bis zu 3,4 Prozent und arbeiteten sich anschließend minimal ins Plus vor.

Grund für den Gewinnanstieg seien vor allem Überschüsse aus dem Verkauf von Unternehmensteilen, sagte Analyst Jacob Pedersen von der Sydbank. Analyst Jonathan Roach verwies darauf, dass Maersk auch der gefallene Ölpreis helfe, der die Treibstoffkosten senke.

Die Reederei hob zudem ihr Ziel für das Gesamtjahres-Nettoergebnis auf mehr als 2,0 Milliarden von "deutlich über" 1,5 Milliarden Dollar an. "Das ist aber keine wirkliche Anhebung, sondern nur eine Präzisierung", sagte Analyst Jesper Christensen vom Finanzkonzern Alm. Brand. "In meinen Augen bedeutet 'deutlich über 1,5 Milliarden Dollar' mehr als zwei Milliarden Dollar."

Deutliche Überkapazitäten

Die Containerschifffahrt leidet seit Jahren unter niedrigen Frachtraten. Analysten schätzen die Überkapazitäten auf den wichtigen Strecken zwischen Europa und Asien auf mindestens zehn Prozent. Bei einem Anziehen der Weltkonjunktur oder einem Aussortieren alter Schiffe hätten die Frachtraten beträchtlichen Spielraum nach oben.

Aktuell liegen die Frachtraten aber unter dem Niveau von Anfang des Jahres. Der dänische Wettbewerber der deutschen Reederei Hapag-Loyd setzt deshalb wie die gesamte Branche auf Kostensenkungen und Allianzen mit Wettbewerbern. So hat sich Maersk für zehn Jahre an die Mediterranean Shipping Co gebunden. Durch gemeinsame Nutzung von Schiffen und Häfen soll dies die jährlichen Kosten um eine Milliarde Dollar drücken.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/rts/dpa