Wirtschaft

Parkettgang am 23. März DWS-IPO soll fast zwei Milliarden bringen

Die Deutsche Bank bringt noch vor Ostern ihr Vermögensverwaltungsgeschäft an die Börse. Die Emission bewertet die Fondstochter DWS mit insgesamt 6 Milliarden bis 7,2 Milliarden Euro.

Die Deutsche Bank peilt mit dem Börsengang ihres Vermögensverwaltungsgeschäfts einen Erlös von bis zu 1,8 Milliarden Euro an. Die Bank hat die Preisspanne für ihre Tochter DWS auf 30 bis 36 Euro je Aktie festgelegt. Sie wird bis zu 25 Prozent der Aktien an die Börse bringen. Im schlechtesten Fall - sollte nur das Basisangebot von 40 Millionen Aktien oder 20 Prozent des Kapitals gezeichnet werden - wird sich der Emissionserlös auf 1,2 Milliarden Euro belaufen.

Deutsche Bank
Deutsche Bank 8,05

Eine Woche vor Ostern, am 23. März, soll die DWS-Aktie zum ersten Mal gehandelt werden. Die Emission bewertet die Fondstochter mit insgesamt 6 Milliarden bis 7,2 Milliarden Euro. Größter Anteilseigner nach der Deutschen Bank dürfte die Nippon Life Insurance werden. Der japanische Versicherer verpflichtete sich, im Zuge des Börsengangs einen Anteil von 5,0 Prozent an der DWS zum Platzierungspreis zu erwerben.

Die Deutsche Bank hat vor knapp einem Jahr angekündigt, die Deutsche Asset Management an die Börse zu bringen und sich von einem Minderheitsanteil zu trennen. Bei dem IPO handelt es sich um eine reine Zweitplatzierung. Eine Kapitalerhöhung ist nicht vorgesehen, der DWS fließt damit kein Geld zu.  In Finanzkreisen war von Erlöse von 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro die Rede, die die Bank mit einem Verkauf von 25 Prozent der Anteile erzielen wollte. Für die Deutsche Bank ist der Teil-Börsengang im Asset Management ein wichtiger Punkt auf einer To-Do-Liste von Vorstandschef John Cryan, an der Investoren die Fortschritte der Bank bei ihrem schwierigen, mehrjährigen Turnaround messen.

Namhafte Aufsichtsratsmitglieder

Die DWS wird zwar von Geschäftsbereichen wie der Deal-Beratung, dem Handel und dem Privatkundengeschäft ertragsmäßig in den Schatten gestellt, wird aber wegen ihrer relativ stabilen Gewinne geschätzt. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Fondstochter ein Ergebnis vor Steuern von 725 Millionen Euro bei einem Umsatz von 2,5 Milliarden Euro, vor allem aus Verwaltungsgebühren.

Für den Aufsichtsrat der DWS hat die Deutsche Bank laut eines Zeitungsberichtes namhafte Vertreter von außerhalb gefunden. Dem Kontrollgremium des Börsenkandidaten soll unter anderem Margret Suckale, einst Personalchefin bei der Deutschen Bahn und bei BASF, angehören. Auch Evonik-Finanzchefin Ute Wolf sei dabei, berichtet die "Welt" unter Berufung auf ein internes Dokument. Auch der Ex-Finanzchef von Fidelity, Alan Scheuer, und der französische Unternehmensberater Aldo Cardoso sind demnach für das Gremium vorgesehen. Ein fünfter externer Vertreter kommt nach "Welt"-Informationen vom Großaktionär Nippon Life.

Von Seiten der Deutschen Bank werden neben Deutsche-Bank-Vorstand Karl von Rohr, der schon länger als Aufsichtsrat-Chef feststeht, seine Vorstandskollegin Sylvie Matherat sowie Asoka Wöhrmann, früher selbst DWS-Chef und heute Leiter des Privatkundengeschäfts der Bank in Deutschland, einen Sitz in dem zwölfköpfigen Gremium haben. Die DWS wollte die Namen am Wochenende nicht kommentieren. Ein Sprecher sagte, die Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Mit der Zusammensetzung wolle die Deutsche Bank offenbar dem Eindruck entgegentreten, dass die mit dem IPO hinzukommenden neuen Aktionäre zu wenig Gewicht im Aufsichtsrat hätten, schreibt die Zeitung weiter. Investoren hatten wiederholt kritisiert, dass mit drei Vertretern der Deutschen Bank plus vier Arbeitnehmervertretern der DWS auf der einen Seite und fünf formal unabhängigen Kontrolleuren auf der anderen Seite die freien Aktionäre kaum Einflussmöglichkeiten bei der DWS hätten.

Quelle: ntv.de, wne/DJ

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen