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Umstrittene Ostsee-Pipeline Dänemark genehmigt Bau von Nord Stream 2

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Ein großer Teil der 1200 Kilometer langen Ostsee-Pipeline wurde bereits verlegt.

(Foto: picture alliance/dpa)

87 Prozent der Pipeline sind schon verlegt. Doch lange Zeit war unklar, ob der Ostseeanrainer Dänemark dem Projekt Nord Stream 2 seine Zustimmung gibt. Nun ringt sich die Energiebehörde des Landes dazu durch. Aber noch müssen die Bauherren zittern.

Nach langem Zögern hat auch Dänemark grünes Licht für den Bau der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 durch ihre Gewässer gegeben. Demnach darf ein 147 Kilometer langer Teil der Pipeline auf dem dänischen Kontinentalsockel südöstlich von Bornholm durch die Ostsee verlaufen. Das teilte die dänische Energiebehörde mit. Sie sei zu dem Schluss gekommen, dass dieser Streckenverlauf zwei Alternativrouten vorzuziehen sei - eine davon sollte nordwestlich von Bornholm verlaufen, eine andere auf längerem Wege ebenfalls südöstlich von der Insel.

Die Genehmigung aus Dänemark war die letzte große Hürde für das Pipeline-Projekt, alle anderen betroffenen Länder hatten dem Bau bereits früher zugestimmt. Die Nord Stream 2 AG wartete mehr als eineinhalb Jahre auf den Bescheid. Laut dänischem Recht gibt es jetzt für Einsprüche eine Frist von einem Monat.

Die dänische Behörde habe nicht der Wunschroute, sondern einer um acht Kilometer längeren Route zugestimmt, sagte ein Unternehmenssprecher. Nord Stream 2 hoffe noch, dass zum Jahresende das erste russische Gas durch die Leitung strömt. "Wir arbeiten hart daran, das Projekt in den kommenden Monaten abzuschließen", sagte Sprecher Steffen Ebert. In den kommenden Wochen würden die Vorbereitungsarbeiten bei Bornholm beginnen.

Dazu gehörten etwa Gesteinsaufschüttungen für die Querung von existierenden Seekabeln und Rohrleitungen. Der dänische Teil der Pipeline entstehe aus Rohren, die in Mukran auf Rügen lagern. Bislang sind Ebert zufolge mehr als 2100 Kilometer des Pipeline-Doppelstrangs verlegt worden - das entspricht mehr als 87 Prozent. In russischen, finnischen und schwedischen Gewässern seien die Arbeiten vollständig, in deutschen Gewässern größtenteils abgeschlossen. Der Bau beider Anlandestationen in Russland und Deutschland stehe kurz vor dem Abschluss. Die Gasleitung überbrückt eine Entfernung von mehr als 1200 Kilometern.

55 Milliarden Kubikmeter Gas für Deutschland

Die vor allem von den USA kritisierte Ostsee-Pipeline wird unter der Führung des russischen Gaskonzerns Gazprom errichtet. Mehrere europäische Firmen, darunter Uniper, die BASF-Tochter Wintershall Dea und die OMV, sind an der Finanzierung der Röhre beteiligt. Trotz Kritik steht die deutsche Bundesregierung hinter dem Projekt und hofft auf Versorgung mit preiswertem Gas - jährlich sollen 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas durch die Rohre nach Deutschland fließen.

Dem Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln (EWI) zufolge wird dieser Zugang zu Gaslieferungen für europäische Verbraucher zu Einsparungen in Milliardenhöhe führen. Nord Stream 2 hat nach eigenen Angaben bisher rund sechs Milliarden Euro investiert. Dies habe Arbeitsplätze in ganz Europa geschaffen.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/dpa

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