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Teil 2: Von Litecoin bis Monero Das sind die wichtigsten Kryptowährungen

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Schöne neue Cyber-Münzwelt ...

REUTERS

Über 1500 verschiedene Cybercoins werden inzwischen gehandelt. Viele sind noch größere Kursraketen als Bitcoin: Diese zehn Cyberwährungen haben großes Potential. Die Wetten laufen schon.

Im ersten Teil der "wichtigsten Kryptowährungen" hat n-tv.de Bitcoin, Ether, Ripple, Bitcoin Cash und Cardano vorgestellt. Im zweiten Teil geht es weiter mit Litecoin, Eos, Iota, Dash und Monero, die innovativsten Kryptowährungen, die nach Marktkapitalisierung auf Platz 6 bis 10 rangieren. Auch diese fünf Cybercoins nennen sich "Krypto"-Währungen, weil jede digitale Münze durch komplizierte Rechenoperationen (Kryptographie) verschlüsselt ist. Doch auch hier gibt es wieder große Unterschiede.

Die Blockchain-Technologie bietet unendlich viele Möglichkeiten. Während einige Entwicklerteams immer noch in reinen Geld-Dimensionen denken, sind andere bereits weit darüber hinaus. Sie erschaffen eine Krypto-Zukunft, in der nicht mehr nur Menschen, sondern Maschinen miteinander sprechen und handeln. Die einen bevorzugen weiter dezentrale Datenbanken und schreiben Anonymität groß. Die anderen suchen inzwischen zunehmend die Kontrolle.

Sogar die Blockchain ist nicht mehr unantastbar. Wo die Krypto-Währungen in der realen Wirtschaft ankommen werden, wird die Zukunft zeigen. Die Wetten auf die Cybercoins laufen.

Litecoin: Das Krypto-Silber für Alle (9 Mrd. Dollar)

Litecoin wurde wie Ripple 2011 ebenfalls als eine frühe Alternative zu Bitcoin geschaffen. Ins Leben gerufen hat sie Charlie Lee, ein MIT-Absolvent und Ex-Google-Ingenieur, um Durchschnittsnutzern mit normalen Computern auch das Schürfen von digitalem Geld ­­­zu ermöglichen. Durch den wachsenden Bitcoin-Erfolg konnten sich das nämlich schon damals nur noch Profi-Schürfer mit riesigen Serverfarmen und gigantischen Stromrechnungen leisten.

Die Verschlüsselung der Litecoin-Blöcke ist einfacher als bei Bitcoin. Dadurch können sie viermal schneller "geschürft" und Transaktionen schneller abgewickelt werden. Gleichzeitig ist die Geldmenge mit maximal 84 Millionen Litecoins viermal höher als bei Bitcoin (21 Millionen). Lee sah in Bitcoin das "Gold" der Digitalwährungen, Litecoin sollte das "Silber" werden. Trotzdem ist Litecoin weit erfolgreicher als Bitcoin: In den letzten zwölf Monaten hat sich der Litecoin-Preis vervierzigfacht.

Eos: Die Krypto-Plattform für Firmen (6 Mrd. Dollar)

Das größte Handycap für Cyberwährungen ist die Geschwindigkeit: Da die Liste aller Geschäfte auf der Blockchain fortgeschrieben wird, dauern Transaktionen immer länger. Bitcoin Cash versucht das Problem mit einen größeren und schnelleren Blockchain zu lösen. Die Entwickler von Eos wollen die Technologie auf eine noch höhere Stufe heben: Eine Blockchain-basierte Software, mit der Firmen ihre eigenen Apps entwickeln können.

Mit Eos sollen Millionen Transaktionen pro Sekunde parallel abgewickelt werden können - statt wenige Dutzend wie bisher bei Bitcoin und Ether. Die Blockchain soll so im Mainstream ankommen und für alltägliche Anwendungen wie Kreditkarten, Bezahlsysteme und soziale Netzwerke massentauglich werden. Eos-Coins gibt es erst seit Juni 2017 zu kaufen, sie sind aber schon unter die Top-Ten-Kryptowährungen aufgestiegen. Seit der Ausgabe hat sich der Kurs rund verzehnfacht.

Iota: Die Währung für sprechende Maschinen (5 Mrd. Dollar)

Das Berliner Startup, das 2015 gegründet wurde, reitet auch auf der Kryptogeldwelle, will sich aber von dem "Marktirrsinn" so weit wie möglich distanzieren, sagt Mitgründer Dominik Schiener. Wie bei Ether, Ripple und Eos gibt es auch bei Iota eine feste Geldmenge, die zum Start auf einen Schlag geschaffen und an Interessierte verteilt wurde. Teures und stromfressendes Mining gibt es also auch hier nicht - und damit auch keine Transaktionsgebühren.

Den Entwicklern geht es vor allem um realen wirtschaftlichen Nutzen: Iota will die Währung für das Internet der Dinge sein, also miteinander sprechende Maschinen. Wenn ein Roboter-Staubsauger zum Beispiel neue Bürsten braucht oder dem Kühlschrank die Milch ausgeht, sollen sie künftig selber übers Internet für Nachschub sorgen - und mit Iota bezahlen. Das Team sucht bewusst die Nähe zu Wirtschaft und Finanzaufsehern. Bosch und andere Firmen haben bereits investiert, Volkswagen und die Deutsche Telekom sind Projektpartner.

Iota setzt auf Skalierbarkeit: Anders als alle beschriebenen Krypto-Währungen nutzt das System keine Blockchain, auf der alle Transaktionen wie auf einer Perlenkette aufgereiht sind. Die Bestätigung früherer Geschäfte kann auf unzähligen Wegen erfolgen. Knäuel ("Tangle") nennen die Entwickler daher das Prinzip. Mit jeder Transaktion werden zwei zufällig ausgewählte frühere Transaktionen als richtig bestätigt. Die Nutzer bestimmen selbst, wieviel Sicherheit sie wollen: Sie können wie bei der Blockchain alle früheren Transaktionen bestätigen oder weniger - je nachdem, um wie viel Geld es geht. Dadurch verringert sich der Rechenaufwand, das System wird schneller und flexibler und kann mit nahezu unbegrenzter Kapazität arbeiten. Der Kurs spiegelt die Hoffnungen der Anleger wider: Innerhalb eines Jahres hat er 240 Prozent zugelegt.

Dash: Das Geld für Waffen- und Drogenschieber (5 Mrd. Dollar)

Die Macher von Dash setzen auf den Aspekt von Kryptowährungen, der sie auch bei Drogen-, Waffen- und Menschenhändlern beliebt macht: Anonymität. Die ist bei Bitcoin eingeschränkt: Die digitalen Geldbörsen der Käufer und Verkäufer sind anhand ihrer Nummer eindeutig identifizierbar. Bei jeder Transaktion werden sie zusammen mit dem überwiesenen Betrag unwiderruflich auf der Blockchain gespeichert. Sobald echte Namen mit den Nummern verknüpft werden können, ist klar, wer wem wieviel überwiesen hat.

Über IP-Adressen oder den Internetanbieter lassen sich die Wallet-Nummern zu deren Besitzern zurückverfolgen - vor allem wenn diese ihre Bitcoins über eine Bank in echtes Geld tauschen. Deshalb wurde 2014 Darkcoin erfunden, das inzwischen weniger anrüchig Dash ("Digital Cash" = Digitales Bargeld) heißt. Dash gewährleistet eine größere Anonymität dadurch, dass verschiedene Nutzer ihre Überweisungen zu einer Transaktion zusammenwerfen. Durch dieses "Mischen" ist es zumindest aufwendiger, die Eigentümer von Wallets zu enttarnen. Dash ist offenbar beliebt: In den letzten 12 Monaten hat sich der Kurs fast um das 33-Fache zugelegt.

Monero: Die Zweitwährung im Darknet (4 Mrd. Dollar)

*Datenschutz

Auch Monero, das im gleichen Jahr wie Dash erfunden wurde, verschleiert bei jeder Transaktion Käufer, Verkäufer und Betrag. Hier geschieht das mithilfe sogenannter Ring-Signaturen: Eine Gruppe von Nutzern teilt sich verschiedene Schlüssel. So kann eine Transaktion bestätigt werden, ohne dass klar wird, wer genau sie vorgenommen hat.

Bei einer Überweisung wird das Geld an eine zufallsgenerierte Einmal-Adresse geschickt und diese nicht identifizierbar auf der Blockchain gespeichert. Die Nutzer können ihre Geschäfte aber gegenüber anderen Nutzern freiwillig offenlegen. Das Entwickler-Kernteam besteht aus sieben Mitgliedern, von denen fünf anonym sind. Öffentlich in Erscheinung tritt nur ein Mann namens Riccardo Spagni, der laut seinem Twitter-Profil aus Südafrika stammt. Auf Youtube referiert er über die Anonymität der Blockchain. Der Monero-Kurs liegt heute 23 Mal höher als vor zwölf Monaten.

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Neue Kryptoprojekte bald so effizient wie Visa

Quelle: n-tv.de

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