Wirtschaft

Skandal ohne Konsequenzen? Datenschützer greift Facebook an

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg zeigt sich gesprächsbereit - ändern wird das aber nichts beim Social Network.

(Foto: REUTERS)

Nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica gibt sich Facebook reumütig und will sich erklären. Aber mehr als Entschuldigungen werden nicht kommen, meint der Datenschutzbeauftragte des Bundes - am Datenhandel werde das Unternehmen weiterhin festhalten.

Der bundesweit für Facebook zuständige Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat das weltgrößte Internet-Netzwerk scharf kritisiert. "Es ist und bleibt auch künftig das Geschäftsmodell von Facebook, Daten zu sammeln und sie gegen Geld den Personen mit den passenden Profilen zugänglich zu machen", sagte Caspar dem "Handelsblatt".

Laut Caspar bleibe zu befürchten, dass dieser Skandal "außer Entschuldigungs-Statements und Demutsgesten" bei Facebook keine wirklichen Konsequenzen nach sich ziehen werde. Etwas anderes lasse sich jedenfalls aus den bisherigen Stellungnahmen nicht herauslesen. Er bezog sich dem Blatt zufolge dabei auch auf den Auftritt einiger Facebook-Manager am Montag im Bundesjustizministerium. Caspar hatte an dem Treffen als Gast teilgenommen.

Der US-Konzern steht nach einem Datenskandal unter Druck. Politiker in den USA und Europa fordern Antworten, wie es zum Missbrauch der Daten von Millionen Facebook-Nutzern durch die britische Analysefirma Cambridge Analytics kommen konnte.

Unternehmenschef Mark Zuckerberg plant daher laut Medienberichten eine Aussage im US-Kongress. Der Sender CNN berichtete, das Unternehmen arbeite derzeit an einer Strategie für die Aussage des 33-Jährigen. Zuckerberg wird voraussichtlich vor dem Energie- und Handelsausschuss des Repräsentantenhauses erscheinen.

Vor rund einer Woche war bekanntgeworden, dass Cambridge Analytica unerlaubt Zugang zu Daten von 50 Millionen Facebook-Profilen verschafft hat. Mit Hilfe dieser Daten sollen Wähler im US-Präsidentschaftswahlkampf zugunsten von Donald Trump gezielt mit unerlaubter Wahlwerbung beeinflusst worden sein.

Quelle: n-tv.de, mba/rts/dpa

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