Wirtschaft

Kohlekraft bis zum Schluss Datteln 4 soll bis 2038 am Netz bleiben

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Datteln 4 ist seit Mai kommerziell am Netz.

(Foto: imago images/Kirchner-Media)

2038 soll Deutschland spätestens ohne Energie aus Kohle auskommen. Bis zu jenem Jahr will auch Energiekonzern Uniper sein Kraftwerk Datteln 4 am Netz lassen. Konzernchef Schierenbeck verteidigt die Entscheidung gegen Kritik.

Der Energiekonzern Uniper will bis 2038 am umstrittenen Steinkohlekraftwerk Datteln festhalten. "Datteln wird das letzte Kohlekraftwerk sein, das in Deutschland vom Netz geht. Wir wollen Datteln bis 2038 laufen lassen", sagte Uniper-Chef Andreas Schierenbeck der "Rheinischen Post". "Das ist in jeder Hinsicht sinnvoll, weil Datteln 4 viel CO2 einspart und ältere schmutzige Kraftwerke an seiner Stelle vorzeitig abgestellt werden können."

Datteln 4 ist seit Mai kommerziell am Netz. "Die Verfügbarkeit des Kraftwerks ist seitdem sehr zufriedenstellend, und die Leistung wurde von den Kunden regelmäßig in Anspruch genommen", so Schierenbeck weiter. Hauptkunde ist die Deutsche Bahn. Finanziell seien die nun gestarteten Auktionen zum Ausstieg aus der Steinkohle "nicht sehr attraktiv", sagte Schierenbeck weiter. "Aber wir bleiben bei unserem Kurs: Bis 2025 gehen alle deutschen Uniper-Kohlekraftwerke bis auf Datteln 4 vom Netz."

Die frei werden Kraftwerksgelände könnten für die Ökostromerzeugung genutzt werden, hieß es bei Uniper Anfang Dezember. Der Konzern will bis 2035 in Europa den Strom klimaneutral produzieren. Bis 2025 soll eine Solar- und Windenergiekapazität von einem Gigawatt aufgebaut werden. In den darauf folgenden Jahren sollen weitere drei Gigawatt hinzukommen.

Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und der BUND hatten den Bau des 1100 Megawatt-Kraftwerks Datteln 4 scharf kritisiert und versuchten, die Inbetriebnahme mit Klagen zu verhindern. Sie räumen zwar ein, dass dieses tatsächlich effizienter läuft als alte Anlagen. Doch genau das führe dazu, dass das Kraftwerk häufiger unter Volllast betrieben werde. So werde unterm Strich sogar noch mehr CO2 ausgestoßen. Kritisiert wird auch, dass dadurch bereits vorhandene, sauberere Gaskraftwerke nicht zum Zuge kommen. Auch das Bundesumweltministerium räumte ein, dass man bis 2038 mit mehr CO2-Emissionen rechne.

Uniper-Chef Schierenbeck erwartet zudem nach den jüngsten Fortschritten den raschen Fertigbau der Ostsee-Pipeline. "Es fehlen nur noch rund 150 Kilometer. Ich gehe davon aus, dass Nord Stream die Pipeline nun zu Ende baut", sagte der Manager. Er betonte: "Man muss die Pipeline nicht mögen, aber Europa braucht sie. Wir steigen aus Kernkraft und Kohle aus, deshalb braucht Deutschland Gas zukünftig mehr denn je."

Quelle: ntv.de, vpe/DJ/dpa

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