Wirtschaft

Straffung für Börsengang?DeepL setzt auf mehr KI und streicht jeden vierten Job

07.05.2026, 15:52 Uhr
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DeepL-Chef Jarek Kutylowski will schlagkräftigere Teams formen. (Foto: picture alliance / Hans Lucas)

Bei vielen Tech-Unternehmen sind Jobs durch KI bedroht. Erste Unternehmen beginnen bereits mit Stellenstreichungen. Auch der deutsche Anbieter für Übersetzungssoftware DeepL zückt nun den Rotstift.

Der deutsche Übersetzungssoftware-Anbieter DeepL plant einen umfangreichen Jobabbau. Etwa 250 Stellen fielen weg, schrieb Firmengründer und -Chef Jarek Kutylowski im Online-Netzwerk LinkedIn. Das Kölner Unternehmen hat bislang rund 1000 Beschäftigte.

Kutylowski begründete seine Entscheidung mit einem größeren Umbau im Zuge eines verstärkten internen Einsatzes Künstlicher Intelligenz (KI). "Um effektiv mit KI zu arbeiten, sind kleinere, schlagkräftigere Teams mit eindeutigen Zuständigkeiten erforderlich." Nachzügler bei dieser Umstellung könnten ihren Rückstand nicht mehr aufholen.

Derzeit streichen zahlreiche Technologiefirmen Stellen unter Verweis auf Effizienzgewinne durch KI. Bei der Facebook-Mutter Meta müssen etwa 8000 Beschäftigte gehen. Beim Snapchat-Betreiber Snap sind es rund 1000 Personen. Einer Studie der Beratungsfirma Gartner zufolge verhilft ein Jobabbau aber nur einer Minderheit der Unternehmen zu einem Renditeschub.

DeepL entwickelt seit 2017 KI-gestützte Übersetzungssoftware. Das Startup konkurriert seit jeher mit Google Translate. In den vergangenen Jahren stieg der Wettbewerbsdruck durch den Siegeszug von ChatGPT & Co. Diese sogenannten großen Sprachmodelle können ebenfalls für Übersetzungen genutzt werden. Medienberichten zufolge plant DeepL einen Börsengang in den USA. Experten schätzen die Bewertung des Unternehmens auf bis zu fünf Milliarden Dollar.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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