Wirtschaft

Juli überraschend schwach Der Einzelhandel kommt in Bredouille

Zwei Frauen gehen mit Einkaufstüten durch die Innenstadt. Foto: Fabian Sommer/Archivbild

Die Daten zum Einzelhandel unterliegen sehr häufig großen Revisionen.

(Foto: Fabian Sommer/dpa)

Die Umsätze im Einzelhandel fallen im Juli stärker als erwartet. Die Einnahmen schrumpfen mehr als von den Ökonomen angenommen. Trotz des Rückschlags steuert die Branche allerdings auf ein starkes Wachstumsjahr zu.

Die deutschen Einzelhändler sind mit unerwartet hohen Umsatzeinbußen in die zweite Jahreshälfte gestartet. Ihre Einnahmen schrumpften im Juli um 2,1 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Preisbereinigt fiel der Rückgang mit 2,2 Prozent sogar noch einen Tick stärker aus. Das war zugleich das größte Minus in diesem Jahr. Befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang von 1,0 Prozent gerechnet, nachdem es im Juni noch ein sehr kräftiges Plus von 3,0 Prozent gegeben hatte.

Trotz des Rückschlags steuert die Branche auf ihr zehntes Wachstumsjahr in Folge zu. Ihr Umsatz wuchs in den ersten sieben Monaten um 3,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Der Internet- und Versandhandel kam dabei auf ein Plus von 8,2 Prozent, während das Geschäft mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren um 0,1 Prozent schrumpfte. Der Branchenverband HDE rechnet im Gesamtjahr mit einem Umsatzwachstum von zwei Prozent auf gut 537 Milliarden Euro, wozu vor allem der boomende Online-Handel beitragen soll.

Die deutsche Wirtschaft ist derzeit besonders auf eine starke Binnennachfrage mit einem robusten Privatkonsum angewiesen, weht ihr doch auf den Auslandsmärkten starker Gegenwind ins Gesicht. Handelskonflikte, die Brexit-Unsicherheit und die schwächere Weltkonjunktur dämpfen derzeit die Nachfrage nach Waren "Made in Germany". Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte deshalb im zweiten Quartal um 0,1 Prozent. Geht es im laufenden Sommerquartal erneut nach unten, steckt Deutschland erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 in der Rezession.

Quelle: n-tv.de, jki/rts

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