Wirtschaft

Keine Trauer um Jain und Fitschen Deutsche-Bank-Aktie vor dem Sprung

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Das Experiment Doppelspitze bei der Deutschen Bank gilt als gescheitert.

(Foto: dpa)

Über kolportierte familiäre Gründe, die Anshu Jain und Jürgen Fitschen zum Rücktritt bewegt haben sollen, können Analysten und Börsianer nur schmunzeln. Für sie ist die Nachricht vor allem ein Befreiungsschlag für die Aktie.

Erst Ferdinand Piëch, dann Sepp Blatter nun Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Immer wenn er laut über Rücktritte nachgedacht habe, sei es wenige Tage später so weit gewesen, lacht Daniel Saurenz von Feingold Research. Nach dem VW-Aufsichtsratschef und dem Fifa-Präsidenten nun also die Doppelspitze der Deutschen Bank. Auch ein Nachfolger steht schon bereit: John Cryan, der bis 2011 Finanzvorstand der Schweizer UBS war.

Die Deutsche-Bank-Aktionäre dürften Jain und Fitschen nicht na chtrauern. Sie hatten das Führungsduo auf der jüngsten Hauptversammlung Mitte Mai heftig kritisiert, nur 61 Prozent stimmten für eine Entlastung der Vorstandschefs. Hauptkritikpunkt waren die jahrelangen teuren Rechtsstreitigkeiten der Deutschen Bank, die die Bilanz stark belasteten und für die besonders Anshu Jain in der Verantwortung gesehen wurde. Entsprechend begrüßten Aktionärsschützer den Rücktritt: "Die Investoren haben kein Vertrauen mehr zu Anshu Jain und Jürgen Fitschen gehabt", sagte Klaus Nieding, Vize-Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) dem "Tagesspiegel".

Raus aus dem Kurs-Tal?

Die Nachricht könnte Montagfrüh für einen merklichen Kursprung bei der Deutschen-Bank-Aktie sorgen, sagt Daniel Saurenz gegenüber n-tv.de. Wer die Aktie zuletzt beobachtet habe, wisse, dass die Marke von 28 Euro sehr wichtig war. "Von dort könnte es jetzt zügig wieder nach oben gehen." Auch Werte über 30 Euro seien womöglich drin.

Wer am Markt aktiv handele, könne sich jetzt Hebelprodukte anschauen, die dürften in den kommenden Tagen sehr interessant sein, meint Saurenz. Auch Discount-Zertifikate wären keine schlechte Idee, schließlich stecke noch jede Menge Volatilität in dem Titel, die dürfte jetzt ein wenig rausgehen.

Geregelter Übergang

Der Markt wird Zeit haben, sich an das neue Gesicht an der Deutschen-Bank-Spitze zu gewöhnen. Anshu Jain wird zwar schon Ende Juni sein Amt niederlegen und bis Januar 2016 als Berater bei der Deutschen Bank bleiben. Jürgen Fitschen dagegen bleibt noch bis zur nächsten Jahreshauptversammlung im Mai 2016 im Amt. Die Deutsche Bank wird erstmal weiter von einer Doppelspitze geführt: Ab 1. Juli 2015 teilt sich Fitschen mit John Cryan den Führungsposten, "um einen geregelten Übergang sicherzustellen."

Ab Mai 2016 soll Cryan dann die Deutsche Bank als alleiniger Vorstandsvorsitzender führen. Bis dahin muss er den Anlegern beweisen, dass er es besser kann, als das letztendlich glücklose Vorgänger-Duo.

Quelle: ntv.de

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