Wirtschaft
"Wir haben die Risiken relativ gut im Blick gehabt."
"Wir haben die Risiken relativ gut im Blick gehabt."(Foto: REUTERS)
Sonntag, 09. Oktober 2016

"Übertriebene Sorgen": Deutsche-Bank-Vorstand beruhigt

Das riesige Derivatebuch der Deutschen Bank birgt laut Stuart Lewis nicht so große Risiken wie befürchtet. Diese seien abgesichert, so der Risikovorstand. Insgesamt wird das Geldinstitut aus seiner Sicht "falsch wahrgenommen".

Der Risikovorstand der Deutschen Bank, Stuart Lewis, hält die Sorgen über das riesige Derivatebuch seines Hauses für überzogen. "Die Zahl von 46 Billionen Euro mag sich erstmal gigantisch anhören. ... Das wahre Risiko ist viel kleiner", sagte Lewis der "Welt am Sonntag". Viel relevanter sei das eigentliche Risiko aus allen Kontrakten. Dieses betrage netto 41 Milliarden Euro - und sei damit teilweise unter dem Niveau vieler Wettbewerber.

"Die Risiken aus unserem Derivatebuch werden bei weitem überschätzt. Wir haben diese Risiken abgesichert", sagte Lewis. Die reine Zahl sei irreführend, die 46 Billionen Euro seien lediglich der theoretische Nominalwert der Absicherungsgeschäfte.

"Die Deutsche Bank wird falsch wahrgenommen", sagte Lewis. "Wir sind auch deshalb relativ glimpflich durch die Finanzkrise 2008 gekommen, weil wir eben nicht die großen Risikonehmer waren und Risiken relativ gut im Blick hatten. Wir haben zwar ebenfalls Verluste gemacht, aber die waren beherrschbar."

Den bereits seit einiger Zeit laufenden Abbau des Derivatebuchs will die Bank fortsetzen. "Wir versuchen bereits, unsere Geschäfte weniger komplex zu machen und fahren unser Derivatebuch zurück. Ein Teil ist bereits vor einigen Jahren in eine Abwicklungseinheit überführt worden", sagte Lewis.

Die Bank prüfe die Kreditwürdigkeit jedes einzelnen Kunden genau. Ein Spezialistenteam etwa bewerte die Hedgefonds. Zusätzlich würden von Kunden noch Sicherheiten verlangt, die täglich angepasst würden. Insgesamt seien "Prozessrisiken oder Risiken aus Fehlverhalten höher als die Risiken aus dem Derivatebuch", sagte Lewis weiter.

Quelle: n-tv.de