Wirtschaft

Investmentsparte vor Aufspaltung Deutsche Bank will wohl deutlich schrumpfen

Bereits seit einigen Monaten steht fest, dass der Deutschen Bank einige Veränderungen bevorstehen. Berichten zufolge sollen diese nun umfangreicher ausfallen als ursprünglich geplant. Mehr als 20 Prozent der Stellen könnten wegfallen.

Der geplante Umbau der Deutschen Bank wird einem Zeitungsbericht zufolge umfangreicher als bislang bekannt. Das Finanzinstitut wolle die Investmentbank in ihrer bisherigen Form zerschlagen und seine Konzernsparten neu sortieren, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) unter Berufung auf eine mit den Plänen vertraute Quelle. Dazu wolle die Bank eine neue Sparte schaffen, in der die Betreuung von Unternehmenskunden gebündelt werde.

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Die neue Unternehmensbank soll demnach ein eigenes Ressort im Vorstand erhalten. Teil dieser Einheit solle die Transaktionsbank werden, die der Konzern aus dem Investmentbanking herauslöse, schrieb die Zeitung. Das Investmentbanking werde deutlich schrumpfen, wobei vor allem der Wertpapierhandel im Ausland betroffen sein dürfte, überwiegend in den USA.

Zugleich solle das Firmenkundengeschäft größtenteils vom Privatkundengeschäft getrennt und der neuen Sparte zugeschlagen werden. Internen Dokumenten zufolge werde die neue Sparte "Corporate Bank" heißen, berichtete die SZ. Ein Sprecher des Instituts lehnte eine Stellungnahme demnach ab.

Aufsichtsrat berät am Wochenende

In der Transaktionsbank wickelt die Deutsche Bank beispielsweise den weltweiten Zahlungsverkehr sowie Wertpapier- und Kreditgeschäfte für Unternehmen, Finanzinstitute und andere Großkunden ab. Konzernchef Christian Sewing hatte die Sparte zuletzt auf der Hauptversammlung Ende Mai als einen der strategisch wichtigsten Bereiche hervorgehoben und zugleich betont, die Deutsche Bank sei "zu harten Einschnitten bereit".

Sewing hatte den Chefposten bei der Deutschen Bank im April vergangenen Jahres vom Briten John Cryan übernommen. Kurz darauf hatte er angekündigt, das Geschäftsmodell stärker auf das Privat- und Firmenkundengeschäft in Europa ausrichten und dafür das schwankungsanfällige Investmentbanking schrumpfen zu wollen. Im Zuge dessen wurde auch ein Stellenabbau angekündigt.

Berichten zufolge erwägt das Finanzinstitut nun, bis zu 20.000 Stellen über mehrere Jahre abzubauen. Diese Pläne könnten mehr als ein Fünftel der Belegschaft von zuletzt 91.500 Mitarbeitern treffen. Eine endgültige Entscheidung über den Konzernumbau sei indes noch nicht getroffen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Der Aufsichtsrat soll an diesem Wochenende über die Pläne beraten.

Quelle: n-tv.de, psa/AFP

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