Wirtschaft

Riesige Erleichterung in Frankfurt Deutsche Bank zahlt geringere Strafe in USA

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Die Deutsche Bank verhandelte mit dem US-Justizministerium.

(Foto: imago/Hans-Günther Oed)

Die Strafe für die Deutsche Bank in den USA wird Angaben aus "vertrauten Kreisen" zufolge drastisch reduziert. Das Geldinstitut habe eine entsprechende Einigung mit dem US-Justizministerium erzielt. Der Aktienkurs der Deutschen Bank schnellt nach oben.

Die Deutsche Bank hat offenbar wie versprochen eine deutliche Absenkung ihrer Strafzahlung in den USA erreicht. Die Summe soll von 14 Milliarden Dollar auf 5,4 Milliarden Dollar herabgesetzt werden, wie die Nachrichtenagentur AFP aus mit dem Dossier vertrauten Kreisen erfuhr. Die Anleger reagierten begeistert, der Aktienkurs sprang mehr als sechs Prozent ins Plus.

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Die Herabsetzung der Summe habe die Bank in Verhandlungen mit dem US-Justizministerium erreicht, hieß es in den Kreisen. Die Einigung werde möglicherweise schon in den nächsten Tagen verkündet.

Die ursprüngliche Forderung von 14 Milliarden Dollar wegen Geschäften mit faulen Hypotheken hatte heftige Spekulationen über einen möglichen Notfallplan der Bundesregierung zur Existenzsicherung der Deutschen Bank ausgelöst, weil das Finanzinstitut nicht über die Reserven verfügt, um eine derartig hohe Summe zu zahlen. Die Bundesregierung dementierte das. Die Deutsche Bank hat 5,5 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten zurückgelegt.

Das Geldinstitut hatte von Anfang an erklärt, dass sie die 14 Milliarden Dollar nicht zahlen werde, und auf ihre Verhandlungen mit dem US-Justizministerium gesetzt. Vorstandschef John Cryan hatte dies zuletzt in einer E-Mail an die Mitarbeiter noch einmal bekräftigt. Die Mail schrieb er, weil der Aktienkurs der Bank am Freitagmorgen weiter in die Tiefe gerauscht war - zum ersten Mal überhaupt notierte der Kurs unter zehn Euro. Grund dafür war auch, dass einige Hedgefonds-Kunden der Bank den Rücken gekehrt hatten.

"Totaler Befreiungsschlag"

Händler zeigten sich indes wenig verwundert. "Das sind ziemlich panische Short-Eindeckungen, nachdem die meisten Analysten den Absturz als völlig übertrieben darstellen", sagte ein Marktteilnehmer. Bereits am Nachmittag kursierten Gerüchte über eine drastisch reduzierte US-Strafe.

"Sollte dies stimmen, läge es im Bereich der bisherigen Rückstellungen der Bank und wäre ein totaler Befreiungsschlag, weil der Markt damit jedwede zusätzliche Belastung auspreisen könnte", so ein Händler am Nachmittag in einer Einschätzung der Gerüchte. Die Analysten von Goldman Sachs hatten zu diesem Zeitpunkt bereits die starke Liquidität der Bank positiv betont.

Die Summe von 14 Milliarden Dollar war einer der Auslöser für die große Nervosität der vergangenen Tage. An den Finanzmärkten herrschten Sorgen vor, dass das Institut das Geld nicht aus eigener Kraft aufbringen kann.

Quelle: ntv.de, wne/AFP/DJ