Wirtschaft

Geldgeber zuversichtlich wie nie Deutsche Finanz-Startups starten durch

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Valentin Stalf, Gründer der N26 Bank - das Startup sammelt den größten Anteil der Investorengelder ein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die junge Branche deutscher Fintechs nimmt immer mehr Fahrt auf: Bereits im ersten Quartal pumpen Investoren einen Rekordbetrag in heimische Finanz-Startups. Vor allem bereits boomende Konzepte profitieren davon - und holen zur weltweiten Konkurrenz auf.

Banking per Smartphone, Autoversicherungen, Zinsvergleiche für Tagesgeld: Deutsche Finanz-Startups haben einen fulminanten Jahresauftakt hingelegt und Rekord-Gelder für ihre digitalen Geschäfte von Investoren eingesammelt. Im ersten Quartal warben die Wachstumsfirmen 686 Millionen Euro ein und damit mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor (325 Millionen Euro). Das zeigen Zahlen der Beratungsfirma Barkow Consulting.

Demnach steckten Investoren von Januar bis März rund 77 Prozent mehr Geld in Finanz-Startups ("Fintechs") als im bisherigen Rekord-Zeitraum, dem Schlussquartal 2018. Die Summe von 686 Millionen Euro entspreche mehr als der Hälfte der eingesammelten Gelder im gesamten Vorjahr, sagte Geschäftsführer Peter Barkow.

Finanz-Startups haben sich mit digitalen Geschäftsmodellen neben klassischen Banken etabliert. Mit ihrer Innovationskraft machen sie den Geldhäusern teils Konkurrenz, teils arbeiten sie mit ihnen zusammen. 2018 hatten Finanz-Startups hierzulande erstmals mehr als eine Milliarde Euro Wagniskapital eingesammelt. Unternehmen und Wagniskapitalfonds geben den Gründern Geld in der Hoffnung, dass sich ihre Ideen durchsetzen und ihnen viel Gewinn einbringen.

Online-Bank sammelt Viertelmilliarde ein

Zum starken Jahresauftakt trugen üppige Geldspritzen in boomende Fintechs bei, während zugleich die Zahl der Deals um fast ein Drittel auf 26 einbrach. So warb die Berliner Online-Bank N26 im Januar alleine rund 260 Millionen Euro von Fonds ein. In das Geldhaus, das mit komfortablen Geschäften per Smartphone wirbt, hatte 2018 schon der Versicherer Allianz investiert.

Summen von 100 Millionen Euro oder mehr flossen zudem jeweils an den Autoversicherer Friday, der Policen je nach gefahrenen Kilometern bepreist, an das Versicherungs-Startup Wefox sowie an die Firma Raisin, die Anlegern über das Portal "Weltsparen" höhere Zinsen im Ausland bietet. Der globale Trend zu immer größeren Geldspritzen schlage sich auch in Deutschland nieder, sagte Barkow. "Deutsche Finanz-Startups haben aufgeholt und kommen an große Summen."

Quelle: n-tv.de, kst/dpa