Wirtschaft

Klar unter dem EZB-Ziel Deutsche Inflationsrate schwächt sich ab

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Der Preisanstieg bleibt in der Bundesrepublik sehr moderat.

(Foto: picture alliance / Friso Gentsch)

Deutschland weist auch im April nur eine geringe Teuerungsrate auf. Auf Jahressicht lässt sie sogar etwas nach. Das Ziel der EZB von zwei Prozent wird weiter klar unterschritten. Grund sind vor allem niedrige Energiepreise.

Die Jahresteuerung in Deutschland hat sich im April abgeschwächt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden ist der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent gesunken, nachdem er im März noch um 0,4 Prozent gestiegen war. Auf Jahressicht ging die Teuerung auf 1,4 (März 1,5) Prozent zurück. Volkswirte hatten exakt diese Veränderungsraten von minus 0,1 und plus 1,4 Prozent prognostiziert.

Der nationale Verbraucherpreisindex blieb im April unverändert nach einem März-Plus von 0,4 Prozent. Im Jahresvergleich nannten die Statistiker wie bereits im März einen Anstieg von 1,6 Prozent. Erwartet worden waren ein unverändertes Niveau beziehungsweise ein Plus von 1,5 Prozent.

Waren verteuerten sich auf Jahressicht um 1,6 (1,4) Prozent, darunter Energie um 1,2 (0,5) Prozent und Nahrungsmittel um 3,4 (2,9) Prozent. Für Dienstleistungen mussten 1,5 (1,8) Prozent mehr gezahlt werden, darunter für Wohnungsmieten 1,6 (1,6) Prozent. Die endgültigen Ergebnisse werden am 16. Mai veröffentlicht.

Für den Euroraum erwarten Analysten - nach den Schätzungen von Ende der vergangenen Woche - einen Anstieg der Inflationsrate auf 1,4 (1,3) Prozent. Eurostat wird die Daten am Donnerstag veröffentlichen.

Was macht die EZB?

In Italien hatte sich der Preisanstieg im April sehr moderat gezeigt, wie die Statistikbehörde Istat mitgeteilt hatte. Dort lag die Jahresrate bei lediglich 0,5 Prozent, im Monatsvergleich stiegen die Preise um 0,1 Prozent. Anders in Frankreich: Dort nahmen die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat zu und um 1,6 Prozent zum Vorjahresmonat.

Beobachter erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Sommer darüber entscheiden wird, ob und wie sie ihre Anleihekäufe, mit denen sie die Inflation antreiben will, ab Oktober weiterführen wird. Mit einer ersten Zinserhöhung wird derzeit frühestens für Mitte 2019 gerechnet. Anhaltend schwache Inflationsdaten könnten aber die Erwartung stützen, dass sich die EZB bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik länger als bisher erwartet Zeit nimmt.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ

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