Wirtschaft

Von Akkus bis AntibiotikaDeutschland bei Schlüsselgütern stärker an China gebunden

26.05.2026, 10:24 Uhr
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Der Import von Solarpanels aus China stieg in den letzten zwei Jahren kräftig an. (Foto: imago images/VCG)

Ausgerechnet in kritischen Bereichen wird Deutschland noch abhängiger von China. Dabei hat die Bundesregierung strategisch eigentlich genau das Gegenteil vorgehabt.

Bei strategisch wichtigen Gütern wie Akkus, Solarpanels und Antibiotika wächst nach einer Studie Deutschlands Abhängigkeit von China. So kamen gemessen am Gewicht im vergangenen Jahr rund zwei Drittel der Direktimporte von Lithium-Ionen-Akkus aus China - zwei Jahre zuvor war es noch knapp die Hälfte, wie die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit unter Berufung auf vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts mitteilte. Bei Solarpanels stieg der Anteil demnach von etwa 89 Prozent auf knapp 93 Prozent, bei Antibiotika von gut 65 Prozent auf rund 73 Prozent.

"Ausgerechnet in kritischen Bereichen diversifiziert Deutschland nicht, sondern wird noch abhängiger und damit noch verletzlicher", bemängelte Studienautor Frederic Spohr, der die Büros der FDP-nahen Stiftung in Taiwan und Korea leitet. Er verwies auf die China-Strategie der Bundesregierung von 2023. Sie zielt darauf ab, wirtschaftliche Abhängigkeiten von China zu verringern. "Künftig könnte das De-Risking für Unternehmen noch komplizierter werden, da die chinesische Regierung mittlerweile aktiv dagegen steuert", sagte Spohr.

Laut der Studie wuchs auch bei Metallen wie Magnesium, Gallium und Germanium der Importanteil Chinas. Praktisch der einzige Lieferant sei das Land bei bestimmten seltenen Erden, die für Permanentmagnete von Elektromotoren benötigt würden. Zwar sei bei seltenen Erden insgesamt Chinas Importanteil gesunken, der Wert der Einfuhren aber gestiegen. In der Analyse geht es nur um direkte Einfuhren aus China, nicht um Lieferungen aus Drittstaaten mit chinesischen Vorprodukten.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wird in dieser Woche zu einem Besuch in China erwartet. Teil der Delegation sind unter anderem die Vorstandschefs von BASF und Thyssenkrupp, Markus Kamieth und Miguel Lopez, sowie Siemens-Energy-Vorstand Tim Holt. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte, für die Bundesregierung sei es besonders wichtig, sich im Rohstoffbereich resilienter aufzustellen und zugleich fairen Wettbewerb einzufordern. Diese Themen spielten auch in den Gesprächen in China eine Rolle. 

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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