Wirtschaft
Sparen sieht anders aus: Der Staat profitiert derzeit vom konjunkturellen Aufschwung - und den niedrigen Zinsen.
Sparen sieht anders aus: Der Staat profitiert derzeit vom konjunkturellen Aufschwung - und den niedrigen Zinsen.(Foto: picture alliance/dpa)
Dienstag, 26. Juni 2018

"Abbau auf allen Ebenen": Deutschland verringert seine Schulden

Die öffentliche Hand kann einen Teil ihrer Schuldenlast abtragen. Im Jahresvergleich gehen die Verbindlichkeiten um 40 Milliarden Euro zurück. Am stärksten sinken die Quoten in Sachsen, Baden-Württemberg und Hessen. Nur ein Land verzeichnet einen Anstieg.

Die deutsche Staatsverschuldung ist zum Ende des ersten Quartals im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent gesunken. Der Schuldenstand der öffentlichen Hand - also von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung zusammen - betrug Ende März vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge knapp 1,95 Billionen Euro. Dies waren rund 40,1 Milliarden Euro weniger als ein Jahr zuvor und 0,9 Prozent beziehungsweise 18 Milliarden Euro weniger als Ende Dezember 2017.

Video

Die Staatskassen profitieren derzeit vor allem vom konjunkturellen Aufschwung, den guten Geschäften der Unternehmen und der glänzenden Lage am Arbeitsmarkt. Mit dem Wirtschaftswachstum steigt das Steueraufkommen, während die Rekordbeschäftigung zu höheren Beitragseinnahmen führt. Niedrige Zinsen entlasten auf der Kostenseite: Kredite sind günstig zu haben. Der Staat kann sich derzeit am Anleihenmarkt zu rekordniedrigen Zinssätzen refinanzieren.

"Der Schuldenabbau fand auf allen Ebenen statt", erklärten die Statistiker. So verringerten sich die Verpflichtungen des Bundes um 12,4 Milliarden oder 1,0 Prozent auf 1,232 Billionen Euro. "Einen noch stärkeren Rückgang verzeichneten die Länder", hieß es. Sie standen mit 578,4 Milliarden Euro in der Kreide. Das entspricht einem Rückgang um 4,0 Prozent oder 24,1 Milliarden Euro. Hohe prozentuale Rückgänge gab es in Sachsen (minus 19,7 Prozent), Baden-Württemberg (minus 19,2), Brandenburg (minus 9,0), Bayern (minus 5,9) und Hessen (minus 4,6).

Einen wesentlichen Anstieg meldete nur der Stadtstaat Hamburg mit plus 1,6 Prozent. "Dafür waren hauptsächlich Schuldenaufnahmen im Zusammenhang mit dem Komplex um die HSH Nordbank verantwortlich", erläuterte das Statistikamt. Die Hansestadt muss für den Verkauf ihrer Landesbank Verpflichtungen über rund drei Milliarden Euro aus dem Haushalt bedienen. Der frühere Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz, der den Haushalt der Hansestadt 2011 übernahm, ist mittlerweile Bundesfinanzminister.

Der Schuldenstand der Gemeinden sank um 2,5 Prozent auf 137,5 Milliarden Euro. Mit Ausnahme des Saarlands konnten die Kommunen aller anderen Bundesländer ihre Schuldenstände reduzieren. Die Sozialversicherung stand zuletzt noch mit 432 Millionen Euro in der Kreide - ein Minus von 2,0 Prozent. In dieser Statistik werden nur Verbindlichkeiten gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich geführt, wozu beispielsweise Kreditinstitute und private Unternehmen gehören.

Datenschutz

Quelle: n-tv.de