Wirtschaft

Milliarden für Digitalisierung Deutschland will bei KI an die Weltspitze

111442344.jpg

Mit den Investitionen sollen unter anderem 100 neue Professuren für Künstliche Intelligenz finanziert werden.

dpa

Der technologische Wandel kostet Deutschland 1,6 Millionen Jobs - dafür entstehen aber mehr als zwei Millionen neue Arbeitsplätze. Um diesen Wandel zu schaffen, will die Regierung drei Milliarden Euro investieren - und kluge Köpfe ins Land locken.

Deutschland soll nach Vorstellungen der Bundesregierung mit Investitionen von sechs Milliarden Euro bis 2025 einer der weltweit führenden Standorte für Künstliche Intelligenz (KI) werden. Drei Milliarden Euro werde die Bundesregierung dafür bereitstellen, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier von der CDU zum Auftakt der Digitalisierungsklausur der Bundesregierung in Potsdam. Weitere drei Milliarden Euro würden an Investitionen aus privaten Mitteln erwartet.

Laut Forschungsministerin Anja Karliczek sollen mit diesem Geld unter anderem 100 neue KI-Professuren in Deutschland finanziert werden. Arbeitsminister Hubertus Heil verwies bei dem gemeinsamen Auftritt der drei Minister auf die enorme Bedeutung von KI auch für den Arbeitsmarkt.

Bei der zweitägigen Klausurtagung will die Bundesregierung die KI-Strategie beschließen, die dann auf dem nationalen IT-Gipfel am 4. Dezember in Nürnberg vorgestellt werden soll. Zudem soll ein Online-Zugangsgesetz verabschiedet werden, das den Aufbau eines digitalen Bürgerportals beschleunigt. Mit diesem sollen Bürger bis 2025 auf einer einzigen Homepage rund um die Uhr Zugang zu 575 staatlichen Dienstleistungen bekommen.

Sowohl Arbeitsminister Heil als auch Wirtschaftsminister Altmaier betonten, dass Deutschland nicht nur führend in der KI-Forschung werden müsse, sondern dass die Ergebnisse auch von Firmen umgesetzt werden müssten. "Der digitale Wandel, vor allem die künstliche Intelligenz, bringt neue Chancen für die Wirtschaft mit sich. Sie schafft mehr Produktivität, neue Geschäftsmodelle", sagte Altmaier. Heil fügte hinzu, dass durch den technologischen Wandel bis 2025 rund 1,6 Millionen Jobs wegfielen. Gleichzeitig würden aber 2,3 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen.  Wichtig sei dabei die Qualifizierung von Beschäftigten. "Es geht um Hunderttausende, Millionen von Arbeitsplätzen, die wir sichern, die wir zusätzlich gewinnen können", sagte auch Altmaier.

Merkel verteidigt Frequenz-Versteigerung

Teil der Strategie sei es, "kluge Köpfe nach Deutschland zu locken", kündigte Forschungsministerin Karliczek an. Dabei gehe es nicht nur um die Bezahlung, bei der Hochschulen laut Altmaier ohnehin nicht mit den Gehältern amerikanischer IT-Konzerne mithalten könnten. Forscher wollten laut Karliczek vielmehr ein "fertiges Paket", das etwa gute Rahmenbedingungen für die Familie und Kinder vorsieht. Wichtig sei zudem ein Fachkräftezuwanderungsgesetz: Deutschland könne IT-Fachleute nur gewinnen, wenn es Weltoffenheit zeige.

Thema der Klausurtagung ist auch der Ausbau der für die KI nötigen digitalen Infrastruktur. Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigte in diesem Zusammenhang die geplante Versteigerung von Lizenzen des modernen 5G-Mobilfunkstandards. "Deutschland hat sehr gute Erfahrungen mit der Frequenz-Versteigerung gemacht", sagte Merkel dem Nachrichtenportal t-online.de. "Außerdem können wir so die Rahmenbedingungen setzen, also definieren, was wir von denjenigen erwarten, die die Frequenzen dann wirtschaftlich nutzen."

Es sei wichtig, dass derjenige, der die Lizenz erwerbe, sie mit dem Ziel kaufe, nicht nur in Ballungsgebieten zu investieren, sondern auch die Verbindungen in der Fläche auszubauen. Für diese Auflagen sei die Regierung auch bereit, weniger Versteigerungserlöse zu erzielen. Die Bundesnetzagentur plant eine 5G-Auktion im Frühjahr 2019.

Quelle: n-tv.de, ftü/rts

Mehr zum Thema