Wirtschaft

Deutschlands jüngste Autobahn Die A71 schließt letzte Lücke

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Quer durch den Freistaat Thüringen heißt es: "Freie Fahrt für freie Bürger" (Blick auf die A71 zwischen dem Autobahnkreuz Südharz in Sachsen-Anhalt und der Anschlussstelle Heldrungen).

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Wiedervereinigung wächst in Thüringen zusammen, was zusammengehört: Mit der Eröffnung des finalen Teilstücks der A71 können Autofahrer ab sofort ohne Zwischenhalt von Unterfranken bis hinauf in den Südharz rauschen.

Die Bundesautobahn A71 zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern ist vollendet. Mit der Freigabe des letzten Teilstücks an diesem Donnerstag ist das 2,6 Milliarden Euro teure Projekt durchgängig befahrbar. Die Eröffnung des jüngsten Fahrbahnabschnitts markiert den Abschluss eines umfangreichen Kapitels der jüngeren deutschen Geschichte: Die historische Anstrengungen in der Infrastruktur sollten dazu beitragen, die Folgen der deutsch-deutschen Teilung im Fernstraßenverkehr zu überwinden.

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Deutschlands längster Straßentunnel führt in Nord-Süd-Richtung unter dem Thüringer Wald hindurch.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Mit dem Anschluss des letzten Teilstücks ans deutsche Autobahnnetz ist der Autobahnneubau quer durch Thüringen mit mehreren "Verkehrsprojekten Deutsche Einheit" abgeschlossen. Die neue Verbindung für Lkw- und Autofahrer wurde allerdings nicht wie geplant 2014, sondern erst Anfang September 2015 und damit 25 Jahre nach der Wiedervereinigung fertig.

EU steuert Viertelmilliarde bei

Ohne Geld aus Brüssel wäre zumindest der nördliche Teil wohl kaum entstanden. 252 Millionen Euro steuerte die EU nach Ministeriumsangaben aus ihrem Regionalfonds bei. Nicht nur aus Sicht der beteiligten Fachkräfte und Ingenieure ist die Autobahn mit dem längsten deutsche Straßentunnel - dem Rennsteigtunnel mit fast acht Kilometern Länge - und riesigen Brücken über Bergtäler ein Bauwerk der Superlative.

Der südliche Teil der A71 von Erfurt in Richtung Schweinfurt in Unterfranken ist bereits seit 2005 frei befahrbar. Der 2001 begonnenen nördlichen Abschnitt von Erfurt zum Autobahndreieck Südharz bei Sangerhausen in Sachsen-Anhalt ließ dagegen auf sich warten.

Schuld an der Verzögerung war ein Teilstück beim Ort Sömmerda, an dem seit 2010 gebaut wurde. Der Abschluss der Arbeiten hatte sich hier um knapp acht Monate verzögert. Wegen Rissen und Verformungen im Baugrund musste auf dem exakt 11,3 Kilometer langen Abschnitt zwischen Sömmerda und dem Schmücketunnel der gipshaltige Boden der Trasse aufwendig abgetragen werden.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa