Wirtschaft
Eine Kaiser's-Filiale in Berlin - in der Hauptstadt soll die Umbenennung relativ schnell durchgeführt werden.
Eine Kaiser's-Filiale in Berlin - in der Hauptstadt soll die Umbenennung relativ schnell durchgeführt werden.(Foto: imago/Revierfoto)
Samstag, 31. Dezember 2016

Ab 2017 in anderen Händen: Die Zeit von Kaiser's Tengelmann ist zuende

Etwa 400 Filialen der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann wechseln am 1. Januar 2017 den Besitzer. Zunächst übernimmt Edeka sämtliche Märkte, dann werden Dutzende an Rewe weitergereicht. Der Name wird jedoch nicht sofort verschwinden.

Mit dem Jahreswechsel endet die Geschichte von Kaiser's Tengelmann als selbstständige Supermarktkette. Die verbliebenen gut 400 Filialen des traditionsreichen Handelshauses samt Konzernzentrale, Fleischwerken und Logistik werden zum 1. Januar von Deutschlands größtem Lebensmittelhändler Edeka übernommen, wie beide Unternehmen bestätigten.

Edeka wird dann bis Ende März schrittweise über 60 Filialen - vor allem in Berlin - an den Konkurrenten Rewe weiterreichen, wie der Kölner Konzern berichtete. Der Übernahme war eine mehr als zweijährige Auseinandersetzung vorausgegangen. Die Pläne von Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub zum Verkauf der Kette ausgerechnet an Marktführer Edeka waren auf Widerstand des Bundeskartellamts gestoßen. Und eine Ausnahmegenehmigung von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für den Zusammenschluss wurde vom Düsseldorfer Oberlandesgericht auf Antrag von Edeka-Konkurrenten gestoppt.

Erst mühsame Verhandlungen zwischen Edeka und Rewe unter Vermittlung von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder machten den Weg zum Zusammenschluss frei und sicherten 15.000 Kaiser's-Tengelmann-Beschäftigten langfristige Arbeitsplatzgarantien.

Die Namen Kaiser's und Tengelmann werden nicht sofort aus den Einkaufsstraßen verschwinden. Die Umstellung werde einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es bei Edeka und Rewe gleichermaßen. In den bayerischen Tengelmann-Filialen soll der Integrationsprozess bis Ende September abgeschlossen sein.

Deutlich schneller gehen soll es allerdings bei den 61 Filialen, die Edeka in Berlin behält. Auch Rewe will sich mit der Umflaggung der Läden auf die eigene Marke etwas Zeit lassen. Zunächst würden die Informationstechnologie und die Kassensysteme mit Rewe harmonisiert. Erst danach werde man die Umstellung auf die Marke Rewe in Angriff nehmen, hieß es in Köln.

Quelle: n-tv.de