Wirtschaft

Ersatzfahrplan wegen GDL-Streiks Drei von vier Fernzügen werden nicht fahren

Vertreter der Deutschen Bahn sind sauer auf die Entscheidung der GDL, ab Dienstagabend zu streiken. Das Unternehmen bemüht sich um einen Ersatzfahrplan, weist aber bereits darauf hin, dass die Zugausfälle enorm sein werden. Sie spricht von einer "Eskalation zur Unzeit".

Wegen des Lokführerstreiks der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) soll am Mittwoch und Donnerstag nur ungefähr jeder vierte geplante Fernzug bei der Deutschen Bahn fahren. Beim Regionalverkehr werde das ebenfalls sehr eingeschränkte Angebot regional sehr stark schwanken, teilte das Unternehmen in Berlin mit.

Die Deutsche Bahn stellt wegen des angekündigten Streiks Ersatzfahrpläne auf. Diese sollten im Laufe des Nachmittags auf der Website der Bahn veröffentlicht werden, kündigte Vorstandsmitglied Martin Seiler an. "Wir wollen so viel wie möglich fahren." Den Fahrgästen wolle man maximale Kulanz gewähren.

Die Lokführergewerkschaft GDL will am Dienstagabend um 19 Uhr ihren Streik beginnen, zunächst im Güterverkehr, am Mittwoch um 2 Uhr dann auch im Personenverkehr. Seiler bekräftigte, die Bahn sei jederzeit bereit, die Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft wieder aufzunehmen.

Die Bahn bezeichnete den Streik als "Eskalation zur Unzeit". "Gerade jetzt, wenn die Menschen wieder mehr reisen und die Bahn nutzen, macht die GDL-Spitze den Aufschwung zunichte, den wir in Anbetracht der massiven Corona-Schäden dringend brauchen", so Seiler. Er kritisierte, die GDL habe sich nicht an ihre Ankündigung gehalten, den Kunden ausreichend Vorlauf vor dem Streikbeginn zu lassen.

Auch der Fahrgastverband Pro Bahn nannte die Streikankündigung "deutlich zu kurzfristig". Die Bahn will angesichts von neuen Milliardenverlusten während der Corona-Pandemie und großen Flutschäden einen länger laufenden Tarifvertrag und spätere Erhöhungsstufen bei gleicher Prozentzahl. Seiler forderte die GDL auf, die Probleme in Verhandlungen zu lösen.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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