Wirtschaft
Hält sich Athen an die Abmachungen? Alle Jahre wieder heißt es: Kassensturz.
Hält sich Athen an die Abmachungen? Alle Jahre wieder heißt es: Kassensturz.(Foto: picture alliance / Simela Pantza)
Sonntag, 26. November 2017

Dritte Prüfrunde in Athen: ESM-Chef lobt Griechenland

Seit bald acht Jahren hängt Griechenland am Finanztropf. Ab Montag prüfen die internationalen Gläubiger zum dritten Mal, ob es bei den Reformen vorangeht. ESM-Chef Regling gibt sich zuversichtlich: Athen arbeite besser als früher.

Griechenland wird nach Einschätzung des Eurorettungsfonds ESM das laufende Hilfsprogramm nicht komplett ausschöpfen. "Wir freuen uns, dass die Darlehenssumme für Griechenland deutlich unter dem ESM-Programmdeckel von 86 Milliarden Euro bleiben dürfte", sagte ESM-Chef Klaus Regling dem "Handelsblatt".

ESM-Chef Klaus Regling
ESM-Chef Klaus Regling(Foto: picture alliance / Julien Warnan)

Nicht abgerufene Gelder könnten teilweise dazu genutzt werden, Griechenlands Darlehen an andere Gläubiger zurückzuzahlen. Voraussetzung für solche Schuldenerleichterungen sei aber, dass Athen die Reformauflagen umsetzt und dass alle Euro-Staaten zustimmen, unterstrich Regling.

Die Vertreter der Geldgeber wollen sich von diesem Montag an in Athen ein Bild vom Fortgang des Anpassungsprogramms machen. "Nach großen Verzögerungen bei den ersten beiden Programmüberprüfungen sind wir jetzt ermutigt von der Vorbereitungsarbeit der griechischen Seite für die kommende dritte Überprüfung", sagte Regling. "Falls die Regierung in Athen weiter so gut arbeitet, könnte diese dritte Programmüberprüfung zügig abgeschlossen werden."

Griechenland wird seit 2010 von internationalen Geldgebern mit Hilfskrediten vor dem finanziellen Kollaps bewahrt. Das aktuelle dritte Hilfsprogramm mit einem Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro läuft im Sommer 2018 aus. Dann will das Krisenland nach mehr als acht Jahren am finanziellen Tropf wieder selbstständig wirtschaften können. Im Kern geht es darum, dass an den Finanzmärkten wieder so viel Vertrauen einkehrt, dass Athen von privaten Investoren zu auskömmlichen Zinsen Geld leihen kann.

Zum Auftakt dieser Prüfrunde geht es um die Entwicklung der Staatsfinanzen, wie aus Kreisen des Finanzministeriums in Athen verlautete. Ein erstes Bild von der aktuellen Lage soll es nach Angaben eines Beamten, der an den Verhandlungen teilnimmt, am 4. Dezember bei einer Sitzung der Eurogruppe geben. Mit dem Abschluss dieser Kontrolle wird frühestens im Januar gerechnet, berichtete die Athener Finanzpresse am Wochenende.

Quelle: n-tv.de

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