Wirtschaft

Bald wieder auf eigenen Beinen? ESM-Chef sieht Griechen auf gutem Weg

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Warten auf die nächsten Milliarden.

(Foto: REUTERS)

Seit mehr als sieben Jahren hängt Griechenland am internationalen Geldtropf. Nun hält Klaus Regling eine Rückkehr des Landes an den Kapitalmarkt für möglich. Der Chef des Rettungsschirms ESM mahnt aber die rasche Auszahlung der nächsten Tranche an.

Griechenland könnte nach Einschätzung des Eurorettungsschirms ESM bald beginnen, finanziell wieder auf eigenen Beinen zu stehen. "Wenn Griechenland auf Reformkurs bleibt, kann es vielleicht schon dieses Jahr, spätestens 2018 wieder erste Staatsanleihen geben", sagte ESM-Chef Klaus Regling der "Bild"-Zeitung.

Allerdings mahnte er eine rasche Entscheidung zur Auszahlung der nächsten Tranche aus dem laufenden Hilfsprogramm an. "Weitere Verzögerungen wären schlecht für Griechenland und die Währungsunion", sagte er. Die Freigabe der nächsten Milliarden steht auf der Tagesordnung der Eurogruppen-Sitzung am kommenden Donnerstag.

Stolperstein war zuletzt noch der Streit über Schuldenerleichterungen und über die Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der IWF hält die griechische Schuldenlast für nicht tragbar und fordert Zugeständnisse der europäischen Gläubiger. Davon macht die Washingtoner Institution abhängig, ob sie finanziell einsteigt.

Baldiger Zugang zum Kapitalmarkt

Deutschland will unbedingt eine Beteiligung des IWF, will aber erst nächstes Jahr über mögliche weitere Erleichterungen für Athen reden. Zuletzt zeichnete sich eine Kompromisslinie ab: Der IWF könnte zustimmen, aber erst nach Klärung der Streitfrage einzahlen.

Den positiven Ausblick auf baldigen Zugang zum Kapitalmarkt teilt die Regierung in Athen offenbar. Aus Regierungskreisen hieß es zuletzt, man könnte einen Marktgang mit drei- bis siebenjährigen Anleihen für drei bis vier Milliarden Euro versuchen - sofern die nächste Rate aus dem Hilfsprogramm bewilligt wird.

Griechenland hängt seit 2010 am Tropf seiner europäischen Partner und des IWF, die das Land vor der Staatspleite bewahrten.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

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