Wirtschaft

Unmut über Rekordhoch EU-Kommission rügt Exportüberschuss

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Deutschlands Exporte klettern 2016 im siebten Jahr in Folge auf ein Rekordhoch. Der Wert der Ausfuhren stieg um 1,2 Prozent auf 1,2075 Billionen Euro.

(Foto: picture alliance / Daniel Bockwo)

2016 kann Deutschland seine Ausfuhren erneut steigern. Was positiv klingt, bringt der Bundesrepublik nun eine Rüge ein. Die Überschüsse sorgten für wirtschaftliche und politische Verzerrungen in der Euro-Zone, moniert die EU-Kommission.

Die EU-Kommission hat Deutschland erneut wegen seiner einseitig auf den Export ausgerichteten Wirtschaft ermahnt. Der hohe deutsche Leistungsbilanzüberschuss erzeuge "bedeutende wirtschaftliche und auch politische Verzerrungen für die gesamte Eurozone", sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici. Auch für Deutschland sei der hohe Überschuss im Außenhandel "nicht gesund".

Die Kommission bescheinigte der deutschen Volkswirtschaft deshalb "wirtschaftliche Ungleichgewichte", bezeichnete diese aber nicht wie bei sechs anderen Ländern als "übermäßig". Moscovici forderte die Bundesregierung erneut auf, "mehr zu tun", um öffentliche Investitionen und die Binnenkonjunktur zu steigern.

Dies könnte aus Sicht der Kommission nicht nur das Wachstumspotenzial Deutschlands erhöhen, sondern auch die wirtschaftliche Erholung anderer Länder in der Eurozone unterstützen. In ihrem Bericht bestätigte die Behörde zwar, dass die öffentliche Investitionen in Deutschland in den vergangenen Jahren gestiegen seien. Diese erschienen aber noch immer "niedrig im Vergleich mit dem Euro-Gebiet" und angesichts der Haushaltsspielräume, die Deutschland habe, hieß es.

Exporte zum siebten Mal in Folge auf Rekordhoch

Deutschlands Exporte sind 2016 im siebten Jahr in Folge auf ein Rekordhoch geklettert. Der Wert der Ausfuhren stieg um 1,2 Prozent auf 1,2075 Billionen Euro. Auch der Exportüberschuss erreichte mit fast 253 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert.

Auch aus Washington kam die Bundesregierung zuletzt unter Druck. Der Berater von US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, hatte Deutschland jüngst vorgeworfen, die USA und die EU "auszubeuten". Deutschland profitiere in seinen Handelsbeziehungen von einer "extrem unterbewerteten 'impliziten Deutschen Mark'", sagte er der "Financial Times". Die USA sind der größte Handelspartner Deutschlands.

Quelle: ntv.de, kpi/AFP