Wirtschaft

Besserung der Staatsfinanzen EU beendet Defizitverfahren gegen Athen

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Athen kann sich in Teilen wieder am Kreditmarkt finanzieren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der griechischen Haushalt wird in diesem Jahr wieder ein Defizit aufweisen. Dennoch erfüllt das Land erneut das Maastricht-Kriterium. Für die EU Grund genug, die verschärfte Beobachtung zu beenden.

Die EU hat ihr Defizitverfahren gegen das mehrfach vor dem Staatsbankrott gerettete Griechenland nach acht Jahren beendet. Der EU-Rat folgte einer Empfehlung der EU-Kommission von Mitte Juli, das Verfahren wegen eines exzessiven Haushaltsdefizits einzustellen. Athen hatte im vergangenen Jahr erstmals wieder einen Haushaltsüberschuss ausgewiesen. Die EU-Kommission kann Defizitverfahren einleiten, wenn der Fehlbetrag im Staatshaushalt über der Vorgabe von maximal drei Prozent der Wirtschaftsleistung liegt.

Ein Mitgliedstaat wird damit unter Beobachtung gestellt und erhält aus Brüssel konkrete Empfehlungen für den Abbau des Defizits. Gegen Griechenland hatte die EU-Kommission 2009 ein solches Verfahren eröffnet. Das Land wies damals ein Haushaltsdefizit von 15,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf.

Nach harten Reformen und Sparanstrengungen, die von den Euro-Partnern im Gegenzug für drei milliardenschwere Rettungsprogramme verlangt wurden, kam Athen im vergangenen Jahr auf einen Haushaltsüberschuss von 0,7 Prozent. Nach Vorhersagen der Kommission wird das Land 2017 und 2018 unter der EU-Vorgabe von maximal drei Prozent Defizit bleiben. Für 2017 erwartet Brüssel einen Fehlbetrag von 1,2 Prozent.

"Nach vielen Jahren schwerwiegender Schwierigkeiten sind Griechenlands Finanzen in viel besserer Verfassung", erklärte Estlands Finanzminister Toomas Toniste, dessen Land derzeit den Vorsitz im Rat der Mitgliedstaaten hat. "Wir sind jetzt im letzten Jahr des finanziellen Unterstützungsprogramms und es gibt Fortschritte, um es Griechenland zu ermöglichen, wieder zu nachhaltigen Konditionen Geld auf den Finanzmärkten zu bekommen." Das dritte Rettungsprogramm für Griechenland mit einem Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro läuft noch bis zum August 2018.

Mit der Entscheidung vom Montag zu Griechenland gibt es nur noch drei Länder im exzessiven Defizitverfahren: Großbritannien, Spanien und Frankreich. Noch im Jahr 2011 waren es auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 24 EU-Staaten gewesen.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP