Wirtschaft
Viele US-Waren werden mit Zöllen belegt.
Viele US-Waren werden mit Zöllen belegt.(Foto: imago/Levine-Roberts)
Donnerstag, 14. Juni 2018

Eskalation im Handelsstreit: EU beschließt Gegenzölle auf US-Waren

Die EU beschließt im Handelsstreit mit den USA Gegenzölle. Vertreter der Länder haben eine von der EU-Kommission erarbeitete Liste von Zöllen auf US-Waren angenommen. Es sollen Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro mit Zöllen belegt werden. Geplant ist sogar noch mehr.

Die EU-Staaten haben im Handelskonflikt mit den USA um Stahl- und Aluminiumimporte Gegenzölle beschlossen. Die Mitgliedsländer hätten "einstimmig" für den Vorschlag der EU-Kommission gestimmt, US-Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro mit Gegenzöllen zu belegen, hieß es aus der Brüsseler Behörde. Die Kommission werde nun "in den nächsten Tagen" die Umsetzung beschließen, damit die Gegenzölle in Kraft treten könnten. Auf der Liste sollen Waren wie wie Jeans, Erdnussbutter und Bourbon-Whiskey stehen. Die Zölle müssen formell noch von den EU-Kommissaren abgesegnet werden. Das nächste Treffen ist für den 20. Juni angesetzt.

Die EU hatte ihre Gegenzölle in Höhe von 25 Prozent vorsorglich schon vor Wochen bei der Welthandelsorganisation WTO angemeldet. Nach den WTO-Regeln können sie frühestens am 20. Juni in Kraft treten. Von Diplomaten hieß es, womöglich könnten die EU-Zölle auch zeitgleich mit entsprechenden Gegenzöllen Kanadas zum 1. Juli in Kraft treten. 

Gleichzeitig bereitet die Kommission noch eine zweite Stufe von Strafzöllen gegen die USA vor. Die könnten ab 2021 bei weiteren US-Produkten im Wert von 3,6 Milliarden Euro fällig werden. Damit nimmt Brüssel insgesamt US-Waren im Wert von 6,4 Milliarden Euro ins Visier - genau der Zollwert, mit dem Washington nun Stahl und Aluminium belegt.

Das Startsignal für den weltweiten Handelsstreit, der bei Politikern, Wirtschaftsvertretern und Experten die Furcht vor einem Handelskrieg schürt, hatte Trump mit seiner Entscheidung im März gegeben, gegen die EU-Länder und andere Partnerstaaten Importzölle auf Stahl und Aluminium zu verhängen. Die Europäer hatten daraufhin Vergeltungsmaßnahmen in Form von Zöllen angekündigt.

Quelle: n-tv.de