Wirtschaft

Geldwäscheskandal in Estland EU nimmt Danske Bank ins Visier

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Eine interne Untersuchung bei der Danske Bank hatte ergeben, dass der größte Teil des zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen Geldes von 200 Milliarden Euro verdächtig gewesen sei..

(Foto: picture alliance / dpa)

In einer estnischen Filiale der Danske Bank soll Geld im Wert von mehreren Millionen Euro gewaschen worden sein. In- und ausländische Behörden ermitteln bereits. Nun will auch die EU eine Untersuchung des dänischen Kreditinstituts einleiten.

Die EU-Kommission fordert eine Untersuchung zum Geldwäscheskandal bei Dänemarks größtem Kreditinstitut, der Danske Bank. Dabei solle untersucht werden, welche Versäumnisse bei der Bankenaufsicht zu dem Skandal geführt haben könnten, sagte Kommissionssprecher Christian Wigand in Brüssel. Wigand bestätigte damit einen Bericht der britischen Zeitung "Financial Times".

Dem Sprecher zufolge hat die EU-Kommission einen Brief an die derzeit in London ansässige Europäische Bankenaufsicht adressiert und die EU-Institution gebeten, ihre Befugnisse "vollständig zu nutzen", um zu untersuchen, was bei der Überwachung der estnischen Filiale der Danske Bank schief gelaufen ist. Bei dem Skandal, der am Mittwoch zum Rücktritt von Danske-Bank-Chef Thomas Borgen geführt hatte, geht es um Geldwäsche bei der Tochter der Bank in Estland.

Laut "Financial Times", die nach eigenen Angaben den Brief der EU-Kommission einsehen konnte, verlangt die Brüsseler Behörde absolute Dringlichkeit bei der Untersuchung des Vorfalls. Dem Kommissionssprecher zufolge will die zuständige EU-Kommissarin Vera Jourova den Fall am 2. Oktober bei einem EU-Finanzministertreffen in Luxemburg auf die Tagesordnung setzen. Sie wolle dabei auch Vorschläge zur Verhinderung von Geldwäsche vorlegen.

Laut der Danske Bank, die einen unabhängigen Bericht zu dem Fall angefordert hatte, hat die estnische Filiale zwischen 2007 und 2015 Transaktionen im Umfang von rund 200 Milliarden Euro über Konten von 15.000 nicht-estnischen Kunden vorgenommen. Ein Teil dieser Ein- und Auszahlungen gilt als verdächtig, ein Großteil davon könnte aus Russland stammen.

Quelle: n-tv.de, hny/AFP