Wirtschaft

65 Milliarden Stück im Umlauf EU prüft Abschaffung kleiner Cent-Münzen

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Vor allem 1-Cent-Münzen rechnen sich wirtschaftlich eigentlich nicht.

(Foto: imago images/Christian Ohde)

Fast die Hälfte aller Euro-Münzen im Umlauf sind Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Die kosten allerdings teilweise mehr, als sie wert sind. Nun kündigt auch die EU an, ein Abschaffungs-Szenario zumindest durchzuspielen. Das klang Anfang des Jahres noch anders.

Ein- und Zwei-Cent-Münzen werden in der EU wohl noch mindestens ein paar Jahre regulär im Umlauf bleiben. Die EU-Kommission in Brüssel kündigte an, einen Gesetzesvorschlag für eine EU-weite Abschaffung des Kleinstgeldes frühestens Ende 2021 vorzulegen. Bis dahin will die Behörde zunächst den Gebrauch bewerten und die Folgen einer Abschaffung abschätzen lassen.

Die Kommission hatte das Thema Anfang des Jahres erstmals angesprochen. Im Januar forderte sie gemeinsame Regeln der Rundung im Handel und kündigte Konsultationen mit den Mitgliedstaaten an. Eine Abschaffung der kleinsten Münze strebe sie zunächst aber nicht an, hieß es damals, auch wenn dadurch Kosten für Transport und Herstellung der Münzen und die Mühe beim Zählen gespart werden könnten.

In Deutschland sprachen sich in der Folge Vertreter von CDU, SPD und Grünen für eine Abschaffung aus. AfD, Linke und FDP positionierten sich dagegen. In einigen EU-Ländern - etwa Finnland, Holland und Italien - wird im Handel bereits seit längerem auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag gerundet.

Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) waren bis Ende vergangenen Jahres rund 36,7 Milliarden Ein-Cent-Münzen und etwa 28,2 Milliarden Zwei-Cent-Münzen in der Eurozone in Umlauf gebracht worden. Sie machen damit fast die Hälfte aller in Umlauf befindlichen Euro-Münzen aus. Laut Bundesfinanzministerium ist eine Ein-Cent-Münze in der Herstellung teurer als ihr Nennwert.

Quelle: ntv.de, mra/AFP