Wirtschaft

Ifo-Institut rät zu Sondierungen EU soll G7-Freihandelszone anstreben

Merkel, Trudeau, Trump und Macron im Gespräch beim G7-Gipfel 2018 in Kanada.

Die Europäer sollen eine G7-Freihandelszone anstreben, fordert das Ifo-Institut. Beim vergangenen Gipfeltreffen in Kanada sah es eher weniger nach einer Verständigung aus.

picture alliance/dpa

Wie soll die EU auf die Zolldrohungen der USA antworten? Nicht mit Gegenzöllen, fordert das Münchener Ifo-Institut. Stattdessen sollen die Europäer US-Finanzminister Mnuchin beim Wort nehmen und sich für eine neue G7-Freihandelszone einsetzen.

Das Münchener Ifo-Institut hat die Europäer aufgefordert, das US-Angebot für Verhandlungen über eine Freihandelszone der großen Industrieländer anzunehmen. Der Ifo-Handelsexperte Gabriel Felbermayr sagte: "Die EU-Spitzen Juncker und Tusk sollten bei ihrem Treffen am kommenden Mittwoch mit US-Präsident Trump die Beleidigungen der letzten Tage vergessen und die Aufnahme von ernsthaften Verhandlungen anbieten".

foto_ifo_g_felbermayr_i.jpg

Felbermayr.

(Foto: ifo)

Felbermayr bezog sich auf Äußerungen von US-Finanzminister Steven Mnuchin. Der hatte beim G20-Treffen in argentinischen Buenos Aires ein Freihandelsabkommen zwischen den G-7-Staaten - den USA, Kanada, Japan, Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien - ins Gespräch gebracht. "Das ist ein Angebot, das die EU unbedingt aufnehmen muss", sagte Felbermayr. "Man kann nicht den amerikanischen Protektionismus mit Gegenzöllen geißeln, um den weltweiten Freihandel zu retten, und sich einer solchen Initiative verweigern."

Der Experte empfahl die zügige Aufnahme von Sondierungsgesprächen. "Diese sollten nicht, wie Frankreich dies fordert, von der Aufgabe der amerikanischen Stahl- und Aluminiumzölle abhängig gemacht werden." Es gebe aber beim US-Angebot noch Unklarheiten. So spreche Mnuchin vom Abbau von Subventionen und von "anderen Handelsschranken", wobei nicht ganz klar sei, was mit letzteren genau gemeint ist.

Die ökonomische Rechtfertigung eines solchen Freihandelsabkommens hält Felbermayr aber für sehr überzeugend. Statt in einen schädlichen Handelskrieg zu laufen, könnten damit langfristig positive Wachstumseffekte in den USA und der EU von rund zwei Prozent ausgelöst werden, sagte er.

Quelle: n-tv.de, vpe/rts

Mehr zum Thema