Wirtschaft

Falls Brexit-Gespräche scheitern EU und Briten planen bereits "Mini-Deals"

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Lastwagen in der britischen Hafenstadt Dover: Sogenannte Mini-Deals sollen etwa Störungen im Lieferverkehr verhindern.

(Foto: imago images/Xinhua)

Die Zeit drängt: Bereits in der kommenden Woche muss ein Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien stehen. Doch ob dies bis dahin noch zustande kommt, ist fraglich. Laut einem Medienbericht haben sich beide Parteien bereits auf mögliche Not-Lösungen verständigt.

Die EU und Großbritannien peilen bei einem Scheitern ihrer Brexit-Gespräche einem Medienbericht zufolge zumindest kleinere Vereinbarungen im Bereich des Luft- und Straßengüterverkehrs an. Selbst wenn bis zum 15. Oktober kein umfassendes Abkommen zur Klärung der künftigen Beziehungen gelingen sollte, hätten sich beide Seiten darauf verständigt, weiter in Kontakt zu bleiben, berichtete die "Times". Im November wolle man dann versuchen, wenigstens "Mini-Deals" festzuzurren, um Störungen etwa im Lieferverkehr zu verhindern. Die Zeitung nannte keine Quellen in ihrem Bericht.

In der kommenden Woche wollen die EU und Großbritannien ihre Gespräche über einen Handelspakt nach dem Ende der Brexit-Übergangsphase fortführen. Noch blieben Differenzen bei wichtigen Themen, doch strebe man weiter ein Abkommen an, hieß es zuletzt aus London. Am Freitag hatten sich die Chef-Unterhändler, der Franzose Michel Barnier und der Brite David Frost, zu informellen Gesprächen in London getroffen. Für Anfang nächster Woche ist ein weiteres Treffen der beiden geplant. Ein hoher EU-Diplomat sagte am Freitag, Großbritannien habe sich noch nicht ausreichend bewegt. Auch die EU wolle aber weiter ein Abkommen.

Beide Seiten verhandeln über einen Handelspakt für die Zeit nach dem 1. Januar. Das Abkommen soll nach einem Ultimatum des britischen Premiers Boris Johnson bereits nächste Woche - am 15. Oktober - fertig sein. Aus EU-Sicht muss ein Deal bis 31. Oktober stehen, damit er ratifiziert werden kann. Ende nächster Woche wird der Brexit auch Thema beim Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel sein.

Großbritannien hat die Europäische Union am 31. Januar verlassen. In der Übergangsphase, die noch bis Jahresende geht, ist weitgehend alles beim Alten geblieben. Danach scheidet das Land auch aus dem Binnenmarkt und der Zollunion aus. Der wirtschaftliche Druck ist enorm: Gelingt kein Vertrag, drohen Zölle und hohe Handelshürden.

Quelle: ntv.de, kst/rts/dpa