Wirtschaft

Enger Rahmen gesteckt EZB erlaubt Banken wieder Dividenden

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Die EZB räumt in einem ganz engen Rahmen den Banken wieder Möglichkeiten für Ausschüttungen ein.

(Foto: imago images / CHROMORANGE)

Um das Finanzsystem in der Corona-Krise stabil zu halten, untersagt die EZB Geldhäusern die Zahlung von Dividenden an die Aktionäre. Nun aber lockern die Notenbanker die Regeln. Allerdings müssen Finanzinstitute weiter strenge Regeln beachten, bevor sie Anleger beglücken können.

Die EZB-Bankenaufsicht lässt Geldhäuser im Euroraum angesichts der zweiten Pandemiewelle lediglich eingeschränkt wieder Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten. Die Institute sollten bis Ende September 2021 entweder keine oder nur in begrenztem Umfang Dividenden zahlen oder Aktien zurückkaufen, empfahl die EZB-Bankenaufsicht in Frankfurt. Dabei sollten Ausschüttungen oder Rückkäufe nicht mehr als 15 Prozent der zusammengefassten Gewinne der Jahre 2019 und 2020 ausmachen. Diese sollten zudem 0,2 Prozentpunkte der jeweiligen harten Kernkapitalquote (CET1) nicht übersteigen.

"Mit der überarbeiteten Empfehlung soll die Fähigkeit der Banken, Verluste aufzufangen und die Kreditvergabe an die Wirtschaft zu unterstützen, gesichert werden", erklärten die Aufseher. Banken waren in den vergangenen Monaten gegen den im Frühjahr von der Europäischen Zentralbank (EZB) verhängten Dividendenstopp Sturm gelaufen und hatten vor einer Verlängerung des Ausschüttungsverbots gewarnt.

Geldhäuser, die Dividenden an ihre Aktionäre zahlen oder Aktien zurückkaufen wollten, müssen laut EZB zudem profitabel sein und eine robuste Kapitalentwicklung haben. Sie sollten Kontakt zu ihren Bankenwächtern aufnehmen. Dann solle überlegt werden, ob die Höhe der geplanten Ausschüttung auch umsichtig sei. Die Folgen der Virus-Pandemie hätten sich noch nicht ganz in den Bankbilanzen niedergeschlagen. Denn Institute profitierten noch von staatlichen Unterstützungsschritten.

BaFin mahnt Banken

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin begrüßte die Entscheidung der EZB. "Den Instituten zu raten, weiterhin sehr restriktiv mit Ausschüttungen umzugehen, ist der richtige Weg", sagte BaFin-Chef Felix Hufeld. Er rechnet wegen der Pandemie mit erhöhten Kreditausfällen. Institute sollten daher möglichst viel Kapital halten. Das gelte auch für die kleineren deutschen Geldhäuser.

Die EZB hatte im März angesichts der Corona-Krise einen Dividendenstopp zunächst bis zum 1. Oktober empfohlen und dies dann im Juli bis zum 1. Januar verlängert. Die Euro-Notenbank ist seit Herbst 2014 für die Kontrolle der großen Banken im Währungsraum zuständig. Inzwischen kontrolliert sie 113 Geldhäuser, darunter in Deutschland die Deutsche Bank und die Commerzbank. Die Aufsicht über die kleineren Institute liegt vorrangig bei den nationalen Behörden.

Vergangene Woche hatte die britische Notenbank bereits den Banken des Landes wieder erlaubt, Dividenden auszuschütten. Allerdings gab auch die Bank von England zugleich Grenzen vor. So sollen die Dividenden nicht über einem Viertel des Gewinns der Jahre 2019 und 2020 liegen.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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