Wirtschaft

Aktionär warnt Management Easyjet droht das Geld auszugehen

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Mit 34 Prozent ist Stelios Haji-Ioannou der größte Easyjet-Aktionär.

(Foto: imago images/Frank Sorge)

Dem Easyjet-Gründer und Großaktionär Haji-Ioannou ist eine milliardenschwere Flugzeugbestellung bei Airbus ein Dorn im Auge. Seiner Meinung nach droht der Billigairline deswegen spätestens im August die Insolvenz. Sollte die Airbus-Order nicht storniert werden, will er kein frisches Geld mehr nachschießen.

Easyjet droht, nach Einschätzung von Gründer Stelios Haji-Ioannou, bis August oder noch früher wegen eines Airbus-Auftrags von 4,5 Milliarden Euro das Geld auszugehen. Um dies zu verhindern, wolle er nun eine Ablösung von Finanzchef Andrew Findlay erreichen, sagte Haji-Ioannou. Das sei aus seiner Sicht der beste Weg, um die Zahlung an Airbus noch zu verhindern. Er werde kein frisches Geld nachschießen, solange "die Verbindlichkeit gegenüber Airbus besteht".

Haji-Ioannou sagte, seine Schätzung basiere auf einer Analyse von Credit Suisse, wonach der Billigflieger bis September ein Liquiditätsdefizit von 164 Millionen Pfund aufweist. Selbst dies basiere auf der "optimistischen" Annahme, dass die Flotte von Easyjet im Juni wieder in die Luft gehen und in den Sommermonaten einen Umsatz von 1,5 Milliarden Pfund einfliegen werde, sagte er. "Ich denke, dass sich Easyjet nach dem Ende der nationalen Lockdowns eher wie ein Startup fühlen wird, das versucht, ein paar rentable Routen für ein paar Flugzeuge zu finden", sagte Haji-Ioannou.

Die Airline hat am Freitag einen Antrag der Easygroup Holdings auf Einberufung einer Hauptversammlung abgelehnt, mit der Haji-Ioannou seine "Easy"-Markenbeteiligungen kontrolliert. Easygroup hält etwa ein Drittel des Kapitals von Easyjet. Daraufhin forderte Haji-Ioannou die Absetzung von zwei Direktoren. Er wolle jedes Mal, wenn ein solches Treffen in Zukunft verzögert werde, die Entfernung eines weiteren Direktors fordern, "da die Zeit drängt".

Darauf hieß es vonseiten der Airline, die Abhaltung einer Hauptversammlung wäre "wenig hilfreich" bei der Lösung der vielen unmittelbaren Probleme. Der von Haji-Ioannou zitierte Analysten-Research berücksichtige die "Initiativen zur Kostensenkung" nicht und unterstelle überdies, "dass wir keinen Zugang zu weiteren Finanzmitteln erhalten".

Quelle: ntv.de, jki/DJ