Wirtschaft

Tiefrote Zahlen in Corona-Krise Easyjet erhöht Zahl der Flüge überraschend

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Ein Großteil der Easyjet-Flotte steht noch am Boden.

(Foto: REUTERS)

Die Billigfluggesellschaft Easyjet will ihr Angebot aufgrund erhöhter Nachfrage für den Rest des Sommers auf 40 Prozent der Kapazität des vergangenen Jahres ausbauen. Zuvor hatte die Airline 30 Prozent angekündigt. Aufgrund der Pandemie verzeichnet Easyjet indes ein katastrophales Quartal.

Nach tiefroten Zahlen in der Corona-Krise fährt der britische Billigflieger Easyjet sein Flugangebot stärker hoch als bisher geplant. "Unsere Buchungen für den Rest des Sommers entwickeln sich besser als erwartet", sagte Unternehmenschef Johan Lundgren bei der Vorlage der Quartalszahlen. Im laufenden Geschäftsquartal bis Ende September werde Easyjet nun voraussichtlich 40 Prozent der ursprünglich geplanten Flüge anbieten. Bisher hatte das Management nur mit einer Kapazität von 30 Prozent geplant.

Der weitgehende Flugstopp im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni brockte dem Billigflieger allerdings tiefrote Zahlen ein. Weil der Easyjet-Verkehr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 99,6 Prozent auf 709 Flüge einbrach, sackte der Umsatz im gleichen Maß von 1,76 Milliarden auf nur noch sieben Millionen britische Pfund (7,8 Mio Euro) ab. Vor Steuern und Sondereffekten verbuchte Easyjet einen Verlust von rund 325 Millionen Pfund, nachdem hier ein Jahr zuvor noch ein Gewinn von 174 Millionen gestanden hatte.

Auch für das wichtige Sommerquartal erwartet Lundgren rote Zahlen. Der Verlust dürfte aber geringer ausfallen als im abgelaufenen Quartal. Das Geschäftsjahr des Billigfliegers läuft Ende September aus. Doch auch so kurz vor Ende wollte das Management wegen der großen Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Coronavirus-Pandemie keine Finanzprognose abgeben.

Auch Ryanair leidet

Zuletzt hatte Europas größter Billigflieger Ryanair das schwierigste Quartal in seiner 35-jährigen Geschichte vermeldet. Dennoch hatte der Zusammenbruch des Flugverkehrs die Airline im dritten Vierteljahr nicht so tief in die roten Zahlen gerissen wie befürchtet. Eine zweite Infektionswelle im Spätherbst sei nun die größte Sorge, teilte die Rivalin von Easyjet und der Lufthansa-Tochter Eurowings.

Unter dem Strich stand im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni ein Verlust von 185 Millionen Euro nach einem Gewinn von 243 Millionen ein Jahr zuvor. Analysten hatten mit einem größeren Minus gerechnet. Der Umsatz sackte im Jahresvergleich um 95 Prozent auf 125 Millionen Euro ab, wie die irische Airline weiter mitteilte.

Quelle: ntv.de, tno/dpa