Wirtschaft

Der neue Fed-Chef Powell Ein Wachstumsapostel für die US-Wirtschaft

51e1c6a97f5dd8a2ad62820f7e603245.jpg

Ob Powell auch bereits Trumps Sätze rückwärts nachspricht, ist nicht bekannt.

(Foto: REUTERS)

Die Leitung der mächtigsten Notenbank der Welt geht wieder an einen Republikaner über. Dabei gilt Jerome Powell als Brückenbauer zwischen den politischen Lagern. Sein oberstes wirtschaftspolitisches Ziel liegt ganz auf der Linie von US-Präsident Trump.

Das Profil des künftigen Chefs der US-Notenbank Fed ist ganz nach dem Geschmack von Präsident Donald Trump. Denn der gelernte Jurist Jerome Powell hat sich seine beruflichen Sporen in der Privatwirtschaft verdient: zunächst in einer Investmentbank, später bei der Beteiligungsgesellschaft Carlyle in New York.

Als Advokat beim Thinktank Bipartisan Policy Center versuchte er später erfolgreich, die Spannungen zwischen republikanischer Parlamentsmehrheit und demokratischer Führung unter Barack Obama um die Schuldenobergrenze zu lösen - und trug damit seinen Teil dazu bei, dass es nicht zu einem Regierungsstillstand kam.

Weggefährten beschreiben Powell als einen ruhigen, ausgeglichenen Mann mit guten Manieren. Niemals würde er aufbrausen, Powell ist kein Spalter, eher ein Brückenbauer. Die "Washington Post" bezeichnete ihn als "nervtötend normal". Powell wohnt in Chevy Chase, einer guten Gegend nahe Washington, spielt Golf und hat eine seltsame Angewohnheit: Er wiederholt gern die Sätze seiner Gesprächspartner. Rückwärts.

Spitzenbeamter und Busch Senior

Wie Trump gilt der 64-Jährige als Wachstumsapostel. Die Förderung der Wirtschaftsleistung liege im "höchsten nationalen Interesse", sagte er jüngst. Trump strebt mittelfristig ein Plus beim US-Bruttoinlandsprodukt von drei Prozent an. Auch Powell kann sich offenbar für dieses ambitionierte Ziel begeistern: "Schon ein Prozentpunkt mehr Wachstum kann im Leben der Menschen einen riesigen Unterschied machen."

Im Fed-Direktorium ist Powell nach der jetzigen Chefin Janet Yellen der Dienstälteste: Er sitzt bereits seit 2012 im Führungsgremium der mächtigen Zentralbank. Powell hat dort als Direktor mit die Weichen dafür gestellt, dass die US-Wirtschaft nach der weltweiten Finanzkrise 2008/09 mittlerweile wieder rund läuft. Niemals hat er dabei gegen eine Entscheidung des Gremiums votiert.

Wie Trump hat Powell ein republikanisches Parteibuch. Das dürfte der US-Präsidenten mit Blick auf die anstehende Bestätigung durch den Senat mit ins Kalkül genommen haben. Auch Politik-Erfahrung hat Powell reichlich. Er arbeitete bereits unter dem früheren US-Präsidenten George H.W. Bush als Spitzenbeamter im Finanzministerium.  

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/rts