Wirtschaft
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Freitag, 29. Juni 2018

Größter Rückgang seit 2011: Einzelhandel erleidet starkes Umsatzminus

Deutsche Geschäfte und Versandhändler müssen im Mai einen Rückschlag verkraften: Die Umsätze im Einzelhandel sinken so deutlich wie lange nicht. Auch Ökonomen sind von der Deutlichkeit überrascht. Dabei ist die Kauflaune eigentlich intakt.

Die deutschen Einzelhändler haben im Mai den größten Umsatzrückgang seit sieben Jahren verbucht. Sie hatten 1,7 Prozent weniger Geld in den Kassen als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Preisbereinigt gab es ein Minus von 2,1 Prozent. Ökonomen hatten hier nur mit einem Rückgang von 0,5 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat setzten die Einzelhändler nominal 0,2 Prozent mehr um, und das bei einem Verkaufstag weniger als im Mai 2017.

Besonders gut lief das Geschäft mit Lebensmitteln: Hier gab es ein Plus von fast 4 Prozent zum Vorjahresmonat. Der Internet- und Versandhandel kam auf ein nominales Plus von rund 2 Prozent, während die Umsätze mit Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren zurückgingen. Die Einnahmen im sonstigen Einzelhandel - zu dem etwa Waren- und Kaufhäuser zählen - fielen deutlich um mehr als 5 Prozent. Positiv fällt die Bilanz für die ersten fünf Monate insgesamt aus. Der Einzelhandel setzte preisbereinigt ein Prozent und nominal 2,5 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum.

Nach Angaben der GfK-Konsumforscher sind die Bundesbürger weiter in Kauflaune. Viele Verbraucher rechnen mit höherem Einkommen und sind dementsprechend bereit, Geld auszugeben. Allerdings senkten die Nürnberger Marktforscher ihre Prognose für das ganze Jahr zuletzt etwas. Sie erwarten einen schwächeren Anstieg der Konsumausgaben um 1,5 Prozent, zunächst hatten sie ein Plus von 2 Prozent angenommen.

Quelle: n-tv.de