Wirtschaft

Nach Telefonat mit Apple-Chef Elon Musk begräbt das Twitter-Kriegsbeil

8b3f1d8ce475558206d94668d2280064.jpg

Möchte das Vertrauen der Nutzer in Twitter zurückgewinnen: Elon Musk.

(Foto: dpa)

In einer beispiellosen Tirade wirft Elon Musk dem Apple-Konzern vor, Druck auszuüben, damit Inhalte auf Twitter wieder stärker moderiert werden. Nun rudert er zurück und spricht von einem "Missverständnis". Entscheidender für den Burgfrieden dürfte allerdings etwas anderes gewesen sein.

Twitter-Chef Elon Musk scheint sich nach seinen Verbalattacken gegen den iPhone-Hersteller Apple vorerst wieder beruhigt zu haben. Er habe ein "gutes Gespräch" mit Apple-Chef Tim Cook geführt, twitterte Musk. Unter anderem hätten die beiden "das Missverständnis" über eine angeblich angedrohte Entfernung der Twitter-App aus dem App Store von Apple geklärt. Cook habe deutlich gemacht, dass sein Konzern dies nie in Erwägung gezogen habe. Von Apple liegt bislang keine Stellungnahme in der Angelegenheit vor.

Musk hatte Apple zuvor scharf attackiert. In einer Serie von Tweets warf er am Montag die Frage in den Raum, ob Apple die Redefreiheit in Amerika hasse - da der Konzern seine Werbung bei Twitter nach dem Verkauf an ihn weitgehend eingestellt habe. Später behauptete er, Apple habe ohne Angabe von Gründen gedroht, Twitter aus dem App Store zu werfen. Außerdem regte sich Musk über eine angeblich "geheime" Abgabe an Apple bei Käufen im App Store auf - und meinte damit eine allgemein bekannte Umsatzbeteiligung von bis zu 30 Prozent.

Twitter versucht derzeit, mithilfe des verifizierten Abo-Modells Twitter Blue das schwindende Vertrauen der Nutzer in die Sicherheit der Plattform wieder herzustellen. Das Sicherheitszertifikat soll am Freitag eingeführt werden, allerdings nur für die iOS-Mobilsoftware von Apple, berichtete die Nachrichtenseite "The Information" unter Berufung auf eine mit den Plänen vertraute Person. Da Twitter das Abo-Angebot über ein Update der iOS-App ausrolle, benötigte das Unternehmen die Zustimmung von Apple als Teil des Überprüfungsprozesses, heißt es in dem Bericht. Die Android-Version werde erst später aktualisiert.

Nach den Worten des ehemaligen Leiters des Bereichs "Vertrauen und Sicherheit" ist Twitter unter Musk nicht sicherer geworden. Das Unternehmen habe nicht mehr genug Personal für die Sicherheitsarbeit, sagte Yoel Roth in seinem ersten Interview seit seinem Rücktritt diesen Monat. Roth hatte nach der Übernahme der Social-Media-Plattform durch Musk noch getwittert, dass sich die Sicherheit unter dem Tesla-Gründer in einigen Punkten verbessert habe. Auf einer Journalistenkonferenz sagte er auf die Frage, ob er immer noch dieser Meinung sei: "Nein."

Quelle: ntv.de, jug/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen